Ferrero-Waldner für "verstärkten Kampf gegen jede Form der Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen"

Wien (OTS) - "Frauen sind nach wie vor die Hauptleidtragenden von Armut, Unterdrückung und Diskriminierung. Wir müssen auf internationaler und nationaler Ebene verstärkte Anstrengungen unternehmen, um dem entschieden entgegenzutreten", forderte Bundesministerin Benita Ferrero-Waldner heute, am 6. Februar, dem Tag von "Null Toleranz für weibliche Genitalverstümmelungen". "Ich begrüße die Ausrufung dieses internationalen Tages durch die Frauen in Afrika. Dies zeigt, dass sich afrikanische Frauen für ihre eigenen Rechte stark machen. Wenn man bedenkt, dass jedes Jahr 2 Millionen Mädchen gefährdet sind, dieser Praxis der Genitalverstümmelung unterzogen zu werden, so macht das die Dimension des Problems deutlich", so Ferrero-Waldner weiter. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist an 120 Millionen Frauen weltweit dieser Eingriff erfolgt. Viele von ihnen leiden ein Leben lang an den physischen und psychische Folgen.

"Ich habe immer wieder gegen alle Formen der Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen in aller Welt gekämpft. Ich erinnere beispielsweise an meinen persönlichen Einsatz für die junge Nigerianerin Amina Lawal, die wegen eines unehelichen Kindes zu Tode gesteinigt werden sollte. Als einzige Außenministerin habe ich das explizit vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York angesprochen und mich danach in allen Kontakten mit nigerianischen Verantwortungsträgern bis zur höchsten Ebene für das Schicksal dieser Frau eingesetzt. Es war einer der schönsten Tage in meiner außenpolitischen Karriere, als ich erfuhr, dass das Todesurteil aufgehoben wurde."

Ihren Einsatz für Anliegen der Frauen will Bundesministerin Ferrero-Waldner auch bei der diesjährigen Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in New York fortführen. "Ich werde meine Rede dem Thema 'Gewalt gegen Frauen' widmen und einen konkreten Katalog von Maßnahmen präsentieren, die auf internationaler und nationaler Ebene in den nächsten Jahren gesetzt werden sollen. Denn die Probleme der Frauen beschränken sich natürlich nicht nur auf Entwicklungsländer. Sie sind leider auch bei uns nur allzu oft eine gesellschaftliche Realität. Da bedarf es nationaler und internationaler Maßnahmen zum Schutz von Frauen ebenso wie einer breiten Bewusstseinsbildung sowohl bei Frauen als auch bei Männern", so die Außenministerin.

"Wenn man gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen vorgehen möchte, dann bedeutet dies vor allem ihre gesellschaftliche Stellung zu stärken. Entwicklungsländer sind dabei besonders wichtig", unterstreicht Ferrero-Waldner. Die Außenministerin hat die Berücksichtigung der Interessen von Frauen gesetzlich zu einem Querschnittsthema bei der Erstellung aller Programme und Projekte der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gemacht. "Armut hat ein weibliches Gesicht. Als ich als Staatssekretärin angefangen habe, lag der Anteil der frauenrelevanten Projekte in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bei ca. 20%, nun sind es bereits deutlich über einem Drittel."

Anlässlich des Internationalen Tages der Weibliche Genitalverstümmelungen wurde heute in Addis Abeba ein Aktionsplan zur Bekämpfung dieser Praxis verabschiedet. Namens aller First Ladies von Afrika unterzeichnete die Frau des nigerianischen Präsidenten, Stella Obasanjo eine Erklärung, die zu "Null Toleranz gegenüber Weiblicher Genitalverstümmelung auf dem Afrikanischen Kontinent" aufruft.

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