"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Die beste Lösung" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 06.02.2004

Wien (OTS) - Von Bundesobmann Wolfgang Schüssel abgesehen stößt es immer mehr ÖVP-Vertretern auf, dass seit mehr als einem halben Jahr vor allem über Finanzminister Karl-Heinz Grasser bzw. die "Homepage-Affäre" diskutiert wird: Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser sagt, Grasser solle sich verabschieden; Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber fordert zumindest, Grasser solle "mehr informieren".

Der Finanzminister denkt jedoch nicht daran, zu gehen oder auch nur dafür zu sorgen, dass die Geschichte endlich einmal ad acta gelegt werden kann. Ganz im Gegenteil, er verstrickt sich in immer neue Widersprüche. Sei es, dass er nichts mehr mit dem "Verein zur Förderung der New Economy" zu tun haben will, obwohl er ursprünglich erklären ließ, dass er über die Homepage, die dieser führt, höchstpersönlich "Einblicke in sein Leben und in seine Arbeit" gewähren wolle. Oder, dass er nun doch plötzlich "weiß", wie viel die Industriellenvereinigung überwiesen haben könnte.

So sorgt Grasser jedenfalls dafür, dass sich neben der Staatsanwaltschaft auch die Opposition so intensiv damit beschäftigt; sehr zum Schaden seiner Person und der Partei, die ihn aufgenommen hat - kein Wunder, dass Leute wie Fritz Dinkhauser, die unter diesen Umständen mit betroffen sind, meinen, dass ein Rücktritt mittlerweile "die sauberste Lösung" wäre.

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