ÖAMTC: Dieselautos nicht als Hauptschuldige für Partikel-Emissionen abstempeln

Partikelfilter reduzieren Ruß-Emissionen auf Null

Wien (ÖAMTC-Presse) - Die in jüngster Zeit häufig kolportierten Meldungen, Diesel-Pkw seien die Hauptverursacher für Partikel (Feinstaub), entsprechen nicht den Tatsachen. Eine von der ÖAMTC AKADEMIE gemeinsam mit der TU Wien durchgeführte Studie über die Schadstoffbelastung in Österreich belegt, dass Diesel-Pkw zu rund 10 Prozent an den Partikel-Emissionen beteiligt sind. "Von der Gesamtmenge der Partikel-Emissionen verursachen nahezu zwei Drittel Industrie und Hausbrand", erklärt ÖAMTC-Techniker Max Lang.

Jährlich (Daten aus dem Jahr 2002) werden in Österreich rund 29.000 Tonnen Partikel in die Luft geblasen, davon entfallen 6.000 Tonnen auf den Straßenverkehr. "Die Partikel-Emissionen, die durch den Straßenverkehr verursacht werden, gehen jeweils zur Hälfte auf das Konto von Diesel-Pkw und Lkw", erklärt Lang.

Durch technische Weiterentwicklungen beim Dieselmotor konnte in den vergangenen Jahren der Partikel-Ausstoß deutlich reduziert werden. "Entgegen kolportierter Behauptungen werden zudem auch die kleinsten Partikel-Teilchen weniger", sagt der ÖAMTC-Techniker.

Um den Anteil des durch den Straßenverkehr verursachten Partikel-Ausstoßes weiter zu senken, hat der ÖAMTC im Vorjahr die Aktion "Sauberer Diesel" gestartet, dessen erste Forderung nach schwefelfreiem Dieselkraftstoff bereits erfüllt wurde. Der Club fordert aber außerdem die Autohersteller auf, zügig alle ihre Modelle mit Diesel-Partikelfilter serienmäßig auszustatten. "Durch den Einbau von Partikelfiltern können Ruß-Emissionen auf nahezu Null abgesenkt werden. Es ist wichtig, dass bei der Ausrüstung der Dieselautos mit Partikelfilter nicht ein halber Schritt nach vorne gemacht wird, sondern ein ganzer", richtet der ÖAMTC-Cheftechniker einen Appell an die Autoindustrie.

Derzeit müssen Neuwagenkäufer zum Teil zusätzlich in die Geldtasche greifen, wollen sie mit ihrem neuen Auto rußfrei unterwegs sein. Die zusätzlichen Kosten dürfen nicht als Argument der Autohersteller herhalten, Partikelfilter nicht serienmäßig anzubieten. Durch die breite Ausrüstung der Fahrzeuge mit Partikelfiltern lassen sich die Kosten schnell reduzieren. "Die gleiche Diskussion hatten wir schon vor Jahren auch bei den Airbags. Heute sind vier Luftsäcke Standard, manchmal sind sogar sechs Airbags serienmäßig", sagt Lang.

Höhere Steuern machen die Luft nicht reiner

70 Prozent aller im Jahr 2002 neu zugelassenen Autos sind mit Diesel betrieben. Preiswerter als Benzin, geringerer Verbrauch und damit weniger CO2-Emissionen - das macht Dieselautos zum Verkaufsschlager. Rußpartikel in der Luft werden nun zum Anlass genommen, über eine höhere Besteuerung zu diskutieren. "Durch die gesunkene Nachfrage bei Benzinern wegen des anhaltenden Dieselbooms sind uns 1,5 Millionen Tonnen CO2 erspart geblieben. Jene Autobesitzer, die auf Diesel umgestiegen sind, jetzt mit höheren Steuern zu belasten, wäre ungerecht und bringt vor allem der Umwelt nichts. Nur durch den Einbau von Partikelfiltern können die Nachteile des Diesels reduziert werden", betont der ÖAMTC-Cheftechniker abschließend.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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