Pensionisten kommen mehrfach zum Handkuss Kanzler Schüssel setzt auf Verschleierungstaktik

Linz (OTS) - "Das ist eine miese Verschleierungstaktik",
kommentiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Behauptung von Bundeskanzler Schüssel, die Pensionskürzung sei nur eine Folge der Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge. Schüssel verschweigt dabei, dass der größte Schaden - vor allem bei den kleinen Pensionen - daraus entsteht, dass die Regierung heuer keinen Wertausgleich genehmigt.
Die Pensionisten sind dadurch einer doppelten Belastung - höhere Krankenversicherung, kein Wertausgleich - ausgesetzt. Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Belastungen, etwa die Erhöhung der Energieabgabe. Für Heizung (3000 Liter Heizöl) sind heuer rund 90 Euro mehr zu bezahlen, bei Erdgas (1600 Kubikmeter) immerhin 45 Euro mehr. Autofahren wird bis 24 Euro teuerer. Und über erhöhte Lebenshaltungskosten durch die Euro-Umstellung klagen die Pensionisten schon seit langem. Außerdem wurde bereits 2001 der Pensionisten-Absetzbetrag stark gekürzt beziehungsweise für höhere Pensionen sogar gänzlich gestrichen.
Dazu als Betroffene Ingeborg M. aus Attnang-Puchheim: "Nur weil ich alt und in der Pension bin, lasse ich mich nicht diskriminieren und verblöden. Da arbeitet man 45 Jahre und hat voll eingezahlt, nie was gebraucht und muss sich dann von der Regierung so beleidigen lassen. Es ist eine Frechheit!"
Gottfried G. aus Ohlsdorf ist seit 1999 in Pension. Er weist rechnerisch nach, dass seine Nettopension in dieser Zeit durchschnittlich um 0,66 Prozent erhöht wurde, also weit unter der Inflationsrate. Heuer verliert er sogar 15,89 Euro gegenüber Jänner 2003.
Und Wilhelm Z. aus Wels beklagt sich, dass er durch die bisherigen "Steuerreformen" und Pensionskürzungen 964 Euro seit 2001 verloren hat. Dazu kommt noch der Kaufkraftverlust durch die Pensionserhöhungen unter der Inflationsrate.
"Schüssel hat immer wieder versprochen, dass in bestehende Pensionen nicht eingegriffen wird", so Kalliauer. "Das hat sich als Lüge herausgestellt. Es zeugt von seelenloser Kälte, wenn Pensionisten, die jahrzehntelang für ihren gesicherten Lebensabend eingezahlt haben, nun unter verschiedensten Deckmäntelchen laufend geschröpft und in die Armut geführt werden. Die Arbeiterkammer-Vollversammlung hat sich eindeutig dazu bekannt, dass die Pensionisten am Zuwachs des Wohlstandes unserer Gesellschaft beteiligt werden müssen." Zu bedenken ist auch, dass die Pensionisten durch ihren Konsum ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor sind und somit auch dazu beitragen, die Jobs der Aktiven zu sichern.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001