Leitl zu AK-Kritik: Lehrvertragsabschlüsse nahmen 2003 auf 50.000 zu

Druck am Lehrstellenmarkt konnte abgefedert werden - WKÖ fordert Ausbau des Lehrstellenberater-Netzes und verstärkte Mobiliätsanreize

Wien (PWK 078) - Die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst, möglichst vielen ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten. "Immerhin bilden Österreichs Unternehmen derzeit rund 120.000 Jugendliche in einem Lehrberuf aus. Und trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds konnte die Zahl der Lehrvertragsabschlüsse 2003 gegenüber dem Jahr davor sogar um 1 % auf 50.000 gesteigert werden", nimmt der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, zu den heutigen Aussagen von AK-Präsident Tumpel zur aktuellen Lehrstellensituation Stellung. Daran sehe man, dass die Einführung der Lehrlingsprämie von 1.000 Euro bei den Betrieben auf positive Resonanz gestoßen ist.

Es sei klar, dass sich durch 1.500 mehr Schulpflichtabsolventen und die Konjunkturflaute im Vorjahr der Druck am Lehrstellenmarkt erhöhte, erklärt Leitl. "Dieser konnte aber im wesentlichen abgefedert werden, wie sich auch bei den Lehranfängern zeigt: nahm die Zahl der Lehranfänger 2002 um 2,6 % ab, verringerte sich der Rückgang 2003 auf 0,5 %."

Damit kein Lehrstellensuchender auf der Straße stehen muss, fordert die WKÖ konkrete Maßnahmen um die Ausbildungschancen zu erhöhen. Konkret schlägt Leitl vor, die erfolgreich eingesetzten Lehrstellenberater vor allem in jenen Bundesländern zu verstärken, wo die Lehrstellenlücke am meisten auseinander klafft, wie beispielsweise die Aufstockung in Wien auf drei. Ebenso sollten Mobilitätsanreize gesetzt werden, welche die geografische Distanz zwischen ausbildungswilligem Jugendlichen und offener Lehrstelle überbrücken helfen. Auch das von der WKÖ ausgearbeitete Modell zur Modularisierung der Lehre, dessen Umsetzung für Herbst vorgesehen ist, werde die Übersichtlichkeit bei Lehrberufen erhöhen, bei gleichzeitiger Möglichkeit zur Flexibilisierung und Spezialisierung, und somit maßgeschneiderte Lehrmodelle für ausbildende Betriebe und Jugendliche ermöglichen. Auf jeden Fall müsse das Jugendausbildungssicherungsgesetz (Auffangnetz für Lehrstellensuchende) bestehen bleiben, fordert der WKÖ-Präsident. (Ne)

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