- 31.01.2004, 11:05:06
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Wirtschaftsenquete des BSA-Villach im Zeichen der Steuerreform
Moser: Nur 80 Unternehmen profitieren in Kärnten, dafür kostet die Alibi-Reform das Land Kärnten 25,276 Millionen Euro
Klagenfurt (SP-KTN) - Der BSA-Villach bat am Freitag zur
Wirtschaftsenquete in das Villacher Hotel Mosser. Honorige
Wirtschaftsexperten wie der Wirtschaftssprecher der SPÖ NRAbg. Hans
Moser, NRAbg. Melitta Trunk, Infineon-Vorstandsmitglied Monika
Kircher-Kohl und der Unternehmer Gilbert Isep diskutierten vor etwa
200 Zuhörern über Standort, Rahmenbedingungen und Visionen.
Schon am Vormittag hatte der Vorsitzende der SPÖ-Kärnten, Peter
Ambrozy zur Wirtschaftspolitik in Kärnten Stellung genommen und unter
anderem eine Umfrage eines Magazins unter Kärntnens Topmanagern und
Unternehmern zitiert. "Wenn 28 Kärntner Topmanager und Unternehmer
die Wirtschaftskompetenz des amtierenden Wirtschaftsreferenten mit
dem letzten Platz bewerten, dann ist das ein eindeutiges Votum für
den Wunsch nach einer Wende in der Kärntner Wirtschaftspolitik und
nach Verlässlichkeit statt blauem Husch-Pfusch", formulierte Ambrozy
klar und ergänzte: "Kärnten braucht eine moderne Wirtschaftspolitik
wir werden unsere Vorstellungen nächste Woche präsentieren, denn
Kärntner soll künftig von Beschäftigung, Aufschwung und Wohlstand
geprägt sein".
Der Vorsitzende der Kärntner Sozialdemokraten war in der
Wirtschaftsbewertung der Topmanager (Quelle: Kärntner Monat, Feber
2004) als kompetentestes Mitglied der Landesregierung beurteilt
worden. Unter den Bürgermeistern nahmen in Sachen
Wirtschaftskompetenz gleich vier SPÖ-Politiker die ersten Plätze im
Ranking ein: Helmut Manzenreiter, Gerhard Mock, Gerhard Seifried und
Gerhard Köfer.
SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser erklärte, Kärnten werden von
der Steuerreform wenig bis gar nicht profitieren. "Nur etwa 80
Unternehmen können aus der Alibi-Steuerreform Vorteile ziehen, dem
gegenüber stehen aber 25,276 Millionen Euro, die das Land aufbringen
muss", kritisierte Moser. Auch die Kommunen würden durch die Reform
mit über 20 Millionen Euro kräftig zur Kasse gebeten. "Nehmen wir das
Gesamtvolumen der Steuerreform, so hätte man mit dem Geld in
Österreich schon 60.000 Kinderbetreuungsplätze
durchfinanzieren oder wichtige Wirtschaftsimpulse setzen können",
rechnet Moser vor.
Gilbert Isep verwies auf Berechnungen, die gezeigt hätten, dass
das Wirtschaftswachstum durch die Alibi-Reform lediglich um bis zu
ca. 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht werde, und das
verteilt auf drei Jahre. "Das liegt sogar noch unter einer
verlässlichen statistischen Erfassbarkeit", so Isep, der eine Wende
in der Kärntner Wirtschaftspolitik forderte. "Bgm. Helmut
Manzenreiter macht in Villach vor wie es geht, jetzt ist es an der
Zeit, dass die SPÖ dieses Erfolgsweg auch auf Landesebene mit
Aufschwung und Wohlstand umsetzen kann".
NRAbg. Melitta Trunk sparte nicht mit scharfen Worten für den
amtierenden Landeshauptmann. "Als erster Mitarbeiter im Land trägt er
die Verantwortung für diese Wirtschaftspolitik und überdies ist es
sein Wirtschaftsreferent, dessen Kompetenz offensichtlich in der
Veranstaltung von Road-Shows, die an der Wirtschaft vorbeiziehen,
mündet", so Trunk. "Ich frage mich auch, warum Oberverhandler Haider
diese Reform zum Nachteil Kärntens akzeptiert hat", sagte die
SP-Abgeordnete und ergänzte: "Was hat Haider dafür bekommen, dass er
bereit war so einen Preis auf dem Rücken der Kärntnerinnen und
Kärntner zu bezahlen, oder war es gar nur Stillschweigen, eines
EX-Vertrauten, das sich Haider hier sichern musste?".
OTS0018 2004-01-31/11:05
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