"Neues Volksblatt" Kommentar: "Religiöses" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 31. Jänner 2004

Linz (OTS) - =

Es besteht in Österreich eine gewisse Scheu,
religiöse Einstellungen und Politik miteinander zu verquicken. Das uralte ideologische Schlagwort, Religion sei Privatsache, spukt noch in Hinterköpfen herum, ebenso die bewährte strikte Trennung von Kirche und Staat als Konsequenz historischer Belastungen. Wie ist das aber bei einer Bundespräsidentenwahl, bei der der Bürger über Persönlichkeiten entscheidet? Ist die religiöse Einstellung und Haltung der Kandidaten dann Privatsache oder ein Argument, über das man wenigsten reden darf? Einer wie Heinz Fischer, der Gott leugnet und aus der Kirche ausgetreten ist, ist deswegen noch kein schlechter Mensch. Ein Christ, der zur Wahlurne gehen soll, wird aber doch fragen dürfen, an welcher Weltanschauung sich dieser Kandidat orientiert, wenn es etwa um den Sinn und Wert des Lebens und um Fragen einer menschlichen Moral geht. Natürlich kommt schnell der Einwand, die Kandidatin Ferrero-Waldner sei auch angreifbar, weil sie sich die Annulierung ihrer ersten Ehe >=gerichtet" habe. Sie hat aber wenigstens gezeigt, dass ihr Kirche und Glauben nicht gleichgültig sind.

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