Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 30. Jan 04 1,235 2,09% 4,25 % 1722,8 4108,1 10510,3 23. Jan 04 1,275 2,07% 4,11 % 1727,9 4157,0 10623,2 Veränderung 3,24 % 0,02%Pkt 0,14%Pkt -0,29 % -1,18 % -1,06 %

In der vergangenen Woche bestätigte sich auch in Europa das Bild einer allmählich anspringenden Konjunktur. Der deutsche ifo-Index stieg zum sechsten Mal in Folge und liegt nun mit 97,4 Punkten wieder so hoch wie zuletzt vor drei Jahren. Der Anstieg ist auf eine günstigere Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage zurückzuführen, nachdem sich in den vergangenen Monaten vor allem die Geschäftserwartungen positiv entwickelt hatten. Damit bestätigt die neue Umfrage den Optimismus der vergangenen Monate und zeigt an, dass der Aufschwung auch in Deutschland bereits eingesetzt hat. Dies gilt vor allem für die Industrie. Auch im Bausektor wurde eine verbesserte Geschäftsentwicklung vermeldet, während der Handel sein typisches Jännertief erreichte.

Die Kehrseite einer guten Konjunktur für die Finanzmärkte zeigte sich in der nervösen Reaktion der Marktteilnehmer auf den Kommentar zur Zinsentscheidung der US-Notenbank am 28. Jänner. Zwar wurde der Leitzins unverändert auf dem Rekord-Tief von einem Prozent belassen, aber erstmals wurde nicht mehr angekündigt, dieses Niveau für einen "beträchtlichen Zeitraum" beizubehalten. In der Folge stiegen die Anleihenrenditen auch in Europa abrupt an und liegen nun wieder auf dem Niveau vom Jahresanfang. Auch die Geldmarktzinsen haben sich leicht erhöht. Die internationalen Aktienmärkte haben nachgegeben, aber einen Teil der Verluste am Donnerstag bzw. Freitagvormittag wieder ausgleichen können.

In der kommenden Woche sollte der Effekt aus den leicht erhöhten Zinserwartungen auf die Aktienmärkte wieder verpuffen. In Europa ist auch bei einer früheren als der bisher erwarteten Zinsänderung in den USA der erste Zinsschritt nach oben nicht vor dem vierten Quartal zu erwarten, und auch in den USA ist die Inflationsrate immer noch sehr niedrig. Für den Zinsmarkt wird der US-Arbeitsmarktbericht für den Jänner wichtig sein, da eine leicht positive Arbeitsmarktentwicklung das Zinssteigerungsszenario stützen sollte. Auf die EZB, die am nächsten Donnerstag wieder über die Leitzinsen in der Eurozone berät, hat das keinen Einfluss - hier ist mit keinerlei Änderung zu rechnen. Der Euro ist auch ohne offenes Eingreifen der EZB vorläufig zur Ruhe gekommen, sodass derzeit keine wechselkursbedingte Zinssenkung in Diskussion steht. Es besteht auf der anderen Seite aber auch kein Inflationsdruck, der eine Zinssteigerung begründen könnte.

Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibt gut. Die Einkaufsmanagerindizes (ISM und PMI), die Anfang der Woche veröffentlicht werden, dürften die solide konjunkturelle Ausgangslage bestätigen, wie die später am 30.1. noch ausstehende Veröffentlichung der ersten Schätzung für das US-BIP-Wachstum im vierten Quartal 2003. Während die Berichtssaison in den USA zu Ende geht, setzt sie in Europa nun allmählich ein. Von den DAX-Aktien werden in der nächsten Woche DaimlerChrysler und die Deutsche Bank ihre Ergebnisse präsentieren. Ebenso wie in den USA erwarten wir auch in Europa eine überwiegend positive Berichtssaison. Bei den ATX-Titeln stehen die ersten Ergebnisse erst ab der übernächsten Woche auf dem Programm.

Die leicht erhöhten Zinserwartungen für die USA haben dem Dollar zu einer gewissen Stabilisierung verholfen. Weitere Kursgewinne des Dollar erwarten wir in der nächsten Woche nicht.

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