Erhard Fürst: EU-Stabilitätspakt unverzichtbar, aber reparaturbedürftig

Austria perspektiv-Geschäftsführer plädiert für Adaptierungen des EU-Wachstums- und Stabilitätspaktes

Wien (OTS) - Der Wachstums- und Stabilitätspakt der EU sei vom Grundsatz her unverzichtbar, betont der Geschäftsführer von Austria perspektiv, Dr. Erhard Fürst. Ohne ein solches Arrangement könnte die mangelnde Budgetdisziplin eines Landes negative Auswirkungen auf die Währungsgemeinschaft insgesamt haben, beispielsweise in Form höherer Inflationsraten und Zinssätze sowie eines Verlusts von Vertrauen in den Euro.

Fürst nennt jedoch insbesondere zwei Adaptierungen, die er für wichtig erachtet: Um einen über den Konjunkturzyklus ausgeglichenen Budgetsaldo zu erreichen, müssen erstens in Zeiten guter Konjunktur -spiegelbildlich zu den Defiziten im Abschwung - hohe Überschüsse erzielt werden. Diese Verpflichtung zu Überschüssen müsse im Pakt gleiches Gewicht haben, wie die Vermeidung überhöhter Defizite. Zweitens: Der Pakt sieht die Möglichkeit vor, bei kurzen, scharfen Wachstumsbrüchen die Drei-Prozent-Defizitgrenze zu überschreiten. Dies müsse auch für eine längere Periode der Stagnation oder geringfügigen Wachstums gelten, die in Summe ebenfalls massive Outputverluste bringt, fordert der Geschäftsführer von Austria perspektiv.

Überlegenswert wäre weiters, die Verpflichtung zu einem ausgeglichenen Haushalt über den Konjunkturzyklus für Länder mit niedriger Staatsverschuldung im Einzelfall und befristet zu mildern. Dies allerdings nur dann, wenn sie öffentliche Zukunftsinvestitionen (Bildung, Forschung, Infrastruktur) forcieren, die das Wirtschaftswachstum stimulieren und damit wieder höhere Staatseinnahmen bewirken, so der Austria perspektiv-Geschäftsführer abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Austria perspektiv - Ein Institut der
Österreichischen Wirtschaft
Tel.: 01/50 300 50-1704
martina.goetz@austriaperspektiv.at
http://www.austriaperspektiv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AUP0001