Flemming unterstützt österreichische "Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung"

Auch Österreicherinnen sind von diesem grausamen Ritual betroffen

Brüssel, am 30. Januar 2004 (ÖVP-PK) "Genitalverstümmelung ist unmenschlich und zutiefst grausam. Diese Praktiken, denen weltweit etwa 155 Millionen Frauen ausgesetzt sind, müssen für immer beendet werden", sagte heute, Freitag, ÖVP-Europaabgeordnete Dr. Marilies Flemming, die aus diesem Grund die Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung auch aktiv unterstützt. "Kindern, sogar Babys werden Teile ihrer Genitalien mit Messern, Rasierklingen oder Glasscherben weggeschnitten. Die heranwachsenden jungen Frauen sind jeglicher Sexualität beraubt und leiden ein Leben lang unter psychischen und physischen Qualen. Beispielsweise werden ihnen vor jeder Geburt, zum Teil sogar vor jedem Geschlechtsverkehr die Genitalien aufgeschnitten und danach wieder zugenäht. Täglich werden weltweit etwa 7.000 Mädchen auf diese grausame Art verstümmelt. Viele sterben auch an den Folgen des Eingriffes, der fast immer unter unvorstellbaren unhygienischen Bedingungen vor sich geht", so Flemming, die darauf verweist, dass in 28 afrikanischen Staaten bis zu 90 Prozent aller Frauen und Mädchen von dieser Form der Gewaltanwendung betroffen sind. ****

Genitalverstümmelung von Frauen ist nicht religiös begründet. Sie macht vor keiner gesellschaftlichen Schicht halt und ist nicht nur im fernen Afrika zu finden. "Es passiert auch mitten unter uns - in Österreich und Europa. Eltern glauben, ihren Töchtern nur durch die sexuelle Verstümmelung ein gutes Leben an der Seite eines Ehemannes garantieren zu können. Die Mädchen glauben, sie seien ohne den Eingriff nicht rein, nicht schön", ist Flemming entsetzt. "Mit über 5000 Jahre alten Traditionen zu brechen, ist sicher nicht einfach. Es ist aber unabdingbar. Viele Familien, Clans und Dörfer haben dies auch erkannt und es setzt ein erstes Umdenken ein: Immer mehr Familien verzichten darauf, dass sich die jungen Mädchen diesem Ritual unterziehen", so Flemming weiter.

Am 6. Februar letzten Jahres wurde bei einer Konferenz des "Inter African Committee" der "Der Internationale Tag der Null-Toleranz der Genitalverstümmelung ausgerufen. "Diese Deklaration ist ein Ergebnis des Tabubruchs und der aufopfernden Arbeit vieler afrikanischer Frauen- und Menschenrechtsorganisationen. Der 6. Februar ist damit ein Gedenktag, an dem es gilt, Vereinbarungen im Kampf gegen Genitalverstümmelung zu erneuern", betonte Flemming. "Auch wir Politiker sind aufgerufen, alles in unserer Macht Stehende zu unternehmen, um über weibliche Genitalverstümmelung aufzuklären und konkrete Aktivitäten gegen dieses grausame Ritual zu unternehmen. Die Österreichische Plattform gegen weibliche Genialverstümmelung ist ein solches Forum und wird deshalb von mir aktiv unterstützt", so Flemming abschließend.

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(mflemming@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
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