Csörgits kritisiert unseriöses Zahlenspiel zur Verhinderung von Unisex-Tarifen

Argumentation der Versicherungen nicht nachvollziehbar

Wien (ÖGB). Als "letztklassige Panikmache" kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits die Aussagen des Chefs der Wiener Städtischen Versicherung Günter Geyer. Dieser hatte gegenüber der Zeitung "Der Standard" gemeint, bei Einführung von Unisex-Tarifen müssten Frauen noch mehr für Privatversicherungen zahlen. "Hier wird versucht, mit unseriösen Zahlenspielen die Verpflichtung zu Unisex-Tarifen zu verhindern. Es ist nicht nachvollziehbar, dass bei einer Gleichstellung von Frauen und Männern bei den Versicherungsprämien die Frauen noch mehr zahlen müssen", sagt Csörgits.++++

Heftig kritisiert die Frauenvorsitzende auch Geyers Argumentation der bestehenden unterschiedlichen Versicherungstarife. Geyer hatte gegenüber dem "Standard" gemeint, Frauen hätten ohnedies so viele Vorteile, denn sie seien schöner, attraktiver und lebten länger als Männer, da dürften wohl auch die Prämien teurer sein. Csörgits: "Die ersten beiden Argumente des Herrn Geyer wird man kaum als versicherungsmathematische bezeichnen können."

Hinsichtlich der höheren Lebenserwartung führt Csörgits an, dass dies auch darauf zurückzuführen sei, dass Frauen gesünder lebten. "Es ist absurd, sie dafür zu bestrafen." Zudem gebe es mittlerweile genügend Untersuchungen, die eine Angleichung der Lebenserwartung in den nächsten Jahrzehnten vorhersagten, denn auch die Lebensgewohnheiten von Frauen und Männern würden einander immer ähnlicher.

"Die unseriöse Panikmache der Versicherungen wird die Einführung von Unisex-Tarifen nicht verhindern. Selbstverständlich müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen so verfasst sein, dass die Versicherungen das Ziel der Bestimmungen - die Abschaffung der Diskriminierung der Frauen - nicht ins Gegenteil verkehren können", so Csörgits abschließend. (mfr)

ÖGB, 30. Jänner 2004
Nr. 041

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