Internationaler Währungsfonds (IWF) bestätigt Österreich eine solide Finanzmarktstabilität

Das BM für Finanzen, die Finanzmarktaufsichtsbehörde und die Österreichische Nationalbank sind durch den Bericht des IWF in den Reformen bestätigt

Wien (OTS) - Der monetäre Sektor der österreichischen Volkswirtschaft wurde im 2. Halbjahr 2003 vom Internationalen Währungsfonds (IWF) in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Finanzen, der Finanzmarktaufsichtsbehörde und der Oesterreichischen Nationalbank einer freiwilligen Evaluierung im Rahmen des "Financial Sector Assessment Programme" (FSAP) unterzogen.

Der FSAP wurde im Mai 1999 gemeinsam von IWF und Weltbank ins Leben gerufen, um die Effektivität der Finanzsysteme in den Mitgliedstaaten zu überprüfen und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse Empfehlungen für eine Weiterentwicklung zu formulieren. Zahlreiche europäische Staaten wie z.B. Großbritannien, Deutschland, die Schweiz, aber auch Kanada haben sich in jüngster Vergangenheit bereits einer solchen Prüfung unterzogen.

Schwerpunkte des FSAP Österreich waren die Finanzmarktreformen der letzten Jahre, speziell die Errichtung der FMA, und die Übereinstimmung der neu Aufsichtstrukturen sowie der Aufsichtsgesetze mit den international anerkannten Prinzipien und Standards (Grundsätze einer effizienten Banken-, Versicherungs- und Wertpapieraufsicht, Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung). Auch die Stabilität des Finanzsystems unter Berücksichtigung der makroökonomischen Entwicklungen wurde untersucht. Weitere Themenschwerpunkte bildeten die Ausleihungen in Fremdwährung, die etablierten Garantiesysteme im Raiffeisen-, Volksbanken-, und Sparkassensektor sowie die gesetzliche Einlagensicherung.

Zur Beurteilung der Stabilität des österreichischen Finanzsektors und seiner Krisenfestigkeit wurden gemeinsam mit der Oesterreichischen Nationalbank zahlreiche Stress Tests durchgeführt und deren Auswirkungen auf den Finanzsektor evaluiert.

Die vorläufigen Prüfergebnisse des IWF zeigen, dass

  • die Etablierung einer integrierten Aufsicht und die damit verbundene Bündelung der Aufsichtskompetenzen in der FMA höchsten internationalen Standards entspricht und die Zusammenarbeit mit der OeNB gut funktioniert,
  • die Übereinstimmung mit den international entwickelten Aufsichtsstandards im Banken- Versicherungs- und Wertpapierbereich sowie jene betreffend Geldwäsche generell sehr hoch ist,
  • der Bankensektor stabil und schockresistent ist, was auch die durchgeführten Stress Tests bestätigt haben,
  • sich der Finanzsektor ungeachtet des schwierigen konjunkturellen Umfelds zufriedenstellend entwickelt hat,
  • die frühe Expansion der heimischen Kreditinstitute in Mittel- und Osteuropa wesentlich zur Stärkung der Ertragskraft beigetragen hat.

Handlungsbedarf ortet der IWF in der nachhaltigen Absicherung der momentanen, im wesentlichen durch Beteiligungserträge aus den Beitrittsstaaten induzierten Ertragsstärke, der Notwendigkeit für weitere Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität am Heimatmarkt, der strukturbedingten Veränderungen im Rahmen des Einlagensicherungssystems sowie Verbesserungen der Corporate Governance. Weiters empfiehlt der IWF die Stärkung der Versicherungen und Pensionskassen sowie die Sicherung der Beherrschbarkeit allfälliger Risiken aus Fremdwährungskrediten für Banken und Kreditnehmer.

Ausdrücklich begrüßt wird die Stärkung der 3. Säule der Altersvorsorge und die in diesem Zusammenhang getroffenen Maßnahmen zur Förderung des österreichischen Kapitalmarkts. Im Interesse einer kontinuierlichen und stabilen Entwicklung empfiehlt der IWF jedoch eine Evaluierung der langfristigen Auswirkungen der gegebenen Rahmenbedingungen.

Die FSAP-Prüfung wird im Zuge der jährlich stattfindenden Artikel IV Mission des IWF vom 29. April bis zum 11. Mai seinen Abschluss finden. Die Veröffentlichung eines Abschlussberichts ist im Sommer geplant.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Petra Bergauer
Pressesprecherin
Büro des Bundesministers
Tel: +43/1/51433/1188
petra.bergauer@bmf.gv.at
http://www.bmf.gv.at

Klaus Grubelnik
Finanzmarktaufsicht (FMA)
Austrian Financial Market Authority (FMA)
A-1020 Wien/Vienna, Praterstraße 23
Tel. +43 (0)1 249 59 - 5106, Fax. +43 (0)1 249 59 - 5199
http://www.fma.gv.at

Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums/Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1-40420-6666
http://www.oenb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFI0001