"Gewerkschaft neu": Alternative und Grüne GewerkschafterInnen sehen Überparteilichkeit bedroht.

Paiha: "‚Gewerkschaft neu' muss demokratische Vielfalt garantieren!"

Wien (Grüne) - Der Zusammenschluss der fünf Gewerkschaften GPA, GMT, ANG, GdC und DJP zu einer neuen Gewerkschaft wird von den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) grundsätzlich positiv gesehen. "Zu befürchten ist allerdings, dass die demokratische Kultur sowie die Überparteilichkeit unter die Räder gerät," so Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG und Mitglied des GPA-Bundesvorstands. "Weder sind derzeit kleinere Fraktionen in Teilprojekte des Zusammenschlusses eingebunden, noch gibt es klare Richtlinien, unter welchen Voraussetzungen Fraktionen künftig anerkannt werden. Und über demokratische Rechte und Pflichten der Gewerkschaftsmitglieder hat man sich bisher überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Hier sieht die ‚Gewerkschaft neu' sehr alt aus."

Paiha befürchtet, dass die bisher in der GPA gewährleisteten Mitwirkungsrechte kleinerer Fraktionen und anderer Minderheiten in der ‚Gewerkschaft neu' verloren gehen. "Die GPA hat gelernt mit der Vielfalt umzugehen. In der GPA gibt es klare Richtlinien der Anerkennung, sowie statutarisch festgeschriebene Rechte für Fraktionen und Mitglieder. Den sozialdemokratischen Mehrheitsfraktionen in den anderen Gewerkschaften scheint die Sicherung einer demokratischen Mindestkultur bislang kein besonderes Anliegen zu sein." Das gefährde die Überparteilichkeit der Gewerkschaften als ganzes. "Was soll das für eine neue Gewerkschaft sein, wo es neben Sozialdemokraten noch maximal Christgewerkschafter gibt?"

Die AUGE fordern klare und für kleinere Gewerkschaftsgruppen erfüllbare Kriterien zur Fraktionsanerkennung sowie klar ausformulierte Beteiligungsmöglichkeiten, Rechte und Pflichten von Gewerkschaftsmitgliedern. "Eine so große Organisation wie die Gewerkschaft braucht Demokratie, sonst droht Erstarrung und Verlust von Vielfalt, die sich auch in rückgängigen Mitgliedszahlen ausdrückt. Eine Gewerkschaft muss die unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Strömungen widerspiegeln. Sonst hat sie mit Sicherheit keine Zukunft," schließt Paiha.

Rückfragehinweis: Klaudia Paiha 0664/614 50 14

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