Darmkrebsfrüherkennung ist die beste Chance, Leben zu retten

Ärztekammer rät zu rechtzeitiger Gesundheitsvorsorge - 30 Prozent aller Darmkrebsfälle familiär bedingt

Wien (OTS) - Darmkrebs zählt zu den am besten erforschten menschlichen Krebsarten. Bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs zu mehr als 90 Prozent heilbar. Damit ist die Darmkrebsfrüherkennung auch die beste Chance, Leben zu retten, betonte Ärztekammerpräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner anlässlich einer Podiumsdiskussion gestern, Donnerstag, Abend im Rahmen des Darmkrebstages im Wiener Rathaus.****

Die meisten Darmkrebsfälle betreffen Menschen ab dem 50. Lebensjahr, da sich im höheren Alter die Wahrscheinlichkeit für bleibende Genmutationen erhöht, die zu Darmkrebs führen können. Aber auch jüngere Menschen können an diesem heimtückischen Krebs erkranken.

Ungefähr 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen aus zunächst gutartigen Darmpolypen. "Um Darmkrebs so früh wie möglich zu erkennen, sollten Frauen und Männer daher spätestens ab dem 40. Lebensjahr zur Früherkennung gehen. Menschen mit familiärem Risiko sollten schon sehr viel früher an einem speziellen und intensiven Vorsorgeprogramm teilnehmen", betonte der Ärztekammerpräsident. Denn:
Bei ungefähr 30 Prozent aller Darmkrebsfälle sind Darmkrebs oder Darmpolypen bereits in der Familie bekannt, es besteht also ein familiäres Risiko für Darmkrebs.

Unterschiedliche Methoden der Früherkennung

Die Austastung des Enddarms ist eine einfache Untersuchungsmethode, mit der der Arzt Tumore im Enddarm ertasten kann. Weiter "oben" gelegene Polypen oder Tumore können so aber nicht erkannt werden.

Der Test auf verstecktes Blut im Stuhl ("Okkultbluttest") gibt Hinweise auf Polypen und Tumore im gesamten Darmbereich. Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die sich im Laufe der Zeit zu bösartigem Darmkrebs entwickeln können.

Endgültige Klarheit gibt die Darmspiegelung ("Koloskopie"), bei der der komplette End- und Dickdarm auf Schleimhautveränderungen abgesucht werden kann. Die Darmspiegelung ist die einzige Untersuchungsmethode, bei der auch kleine Veränderungen der Darmschleimhaut erkannt werden können.

Dorner rät zum Okkultbluttest ab dem 40. Lebensjahr, so wie er auch Bestandteil des Vorsorgeprogramms der Krankenkasse ist. "Menschen mit einem familiären Darmkrebsrisiko sollten dagegen bereits ab dem 25. Lebensjahr regelmäßige Untersuchungen durchführen lassen", rät der Ärztechef.

"Vorsorge entsteht im Kopf"

Jährliche Gesundenuntersuchungen beim niedergelassenen Arzt stellen eine gute Variante dar, flächendeckend Vorsorge zu betreiben. Dorner: "Es muss unser aller Ziel sein, die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen, die in Wien nach wie vor unter 10 Prozent liegt, deutlich zu erhöhen. Immer noch nehmen zu wenige Menschen die komplette jährliche Gesundenuntersuchung in Anspruch."

Die Erfahrungen aus speziellen Vorsorgeprogrammen aller Gesundheitspartner, wie beispielsweise das Mammografie-Vorsorgeprogramm der Gemeinde Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer für Wien, sind laut Dorner "eindrucksvolle Beweise dafür, dass man mit gezielten Aktionen sehr wohl eine Einstellungsänderung bei der Bevölkerung in punkto Vorsorge bewirken kann". Mit dem speziellen Brustkrebs-Vorsorgeprogramm in Wien konnte beispielsweise die Zahl der diesbezüglichen Vorsorgeuntersuchungen deutlich erhöht werden. Gleiches müsse nun auch im Bereich des Darmkrebses gelingen, "vor allem wenn man bedenkt, wie außerordentlich hoch die Chancen auf völlige Heilung bei entsprechender Früherkennung liegen", betonte der Ärztekammerpräsident.

"Vorsorge entsteht im Kopf": Diesen Slogan habe man vor einigen Jahren gemeinsam mit der Apothekerkammer geschaffen. Der Satz gelte jedenfalls für sämtliche Bereiche der Gesundheitsvorsorge und damit natürlich auch für den Darmkrebs. Dorner: "Der Bevölkerung muss klar sein, dass bei entsprechender Vorsorge eine Reihe von Krebsarten besser behandelt werden kann, man aber als Einzelner allein die Verantwortung dafür trägt, von den umfangreichen Vorsorgeangeboten der Stadt Wien, der Krankenkasse, der Ärztinnen und Ärzte und der Selbsthilfegruppen Gebrauch zu machen." (hpp)

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