Ein Jahr Pass&Fundservice

100.000 Pässe ausgestellt oder geändert - Funde von der Ziege bis zur Tiefkühltorte

Wien (OTS) - Seit 1. Februar 2003 sind Passservice und Fundservice Aufgaben der Stadt. Mit erfreulicher Bilanz: Wie die Studie Leben in Wien zeigt, sind beide Angebote 61 bzw. 55 Prozent der WienerInnen bekannt; wer damit zu tun hatte, hat zu einem hohen Prozentsatz (90 Prozent allein beim Pass-Service) gute Erfahrungen gemacht. Eine mehr als erfreuliche Bilanz, die auch Personalstadträtin Mag. Renate Brauner nach einem Jahr zieht: "Die Stadt Wien hat vom Bund neue Aufgaben übernommen, die wir zur großen Zufriedenheit unserer KundInnen erfüllen können. Das freut mich in mehrfacher Hinsicht: Zum einen konnten unsere engagierten MitarbeiterInnen bei noch mehr KundInnen-Kontakten ihre Kompetenz beweisen und zum anderen kommt die Stadt Wien durch Verbesserungen den WienerInnen bei ihren Anliegen weiter entgegen: So können sich die WienerInnen seit einem Jahr ihren Pass unabhängig vom Wohnort in jedem Bezirksamt beantragen und ausstellen lassen."****

Die Bilanz nach dem ersten Jahr Pass- und Fundservice bei der Stadt Wien:

Rund 85.000 Reisepässe wurden bis Ende Dezember 2003 in Wien neu ausgestellt; 16.000 mal führten die Mitarbeiter/innen des Pass-Services der MA 62 und der Pass-Servicestellen der Magistratischen Bezirksämter Änderungen (z.B. Eintragen von Kindern, Namensänderungen) in Pässen durch. 14.000 Anträge auf Ausstellung eines Personalausweises (der zugeschickt wird) kamen.

Den neuen Pass kann man sich, alle Unterlagen vorausgesetzt, meist innerhalb weniger Minuten gleich mitnehmen. Dennoch entpuppte sich auch das Internet-Angebot, online eine Termin für die Ausstellung des Reisepasses vereinbaren zu können, als gutes Service - im Virtuellen Amt der Stadt Wien unter
http://www.wien.at/ma62/passservice/neuausstellung.htm
und weiter zur online-Reservierung oder gleich zu
https://www.wien.gv.at/passtermin/internet/Startseite.aspx .

Informationen über die erforderlichen Unterlagen sind unter
http://www.wien.at/mba/passtermin.htm abrufbar.
Weitere Infos zum Passservice: http://www.wien.at/ma62/passservice/

Fundservice mit 43.000 "Fällen"

Beim Zentralen Fundservice (ZFS) und den Fundservicestellen in den Magistratischen Bezirksämtern bemühen sich die MitarbeiterInnen, Fundgegenstände zu erfassen, zu erforschen, wer sie verloren hat und diese Person rasch zu verständigen. 43.000 solcher "Geschäftsfälle" gab's 2003 in Wien. Täglich werden durchschnittlich an die 100 KundInnen persönlich betreut, dazu kommen Anrufe, mails usw. Die Fundservice-Hotline verzeichnet durchschnittlich 600 Anfragen täglich. Manchmal durchaus ungewöhnliche: Es kamen Anfragen nach einem verlorenen Holzfuß, einer Tiefkühltorte, einem selbstgemachten Kuchen oder dem Kopf einer Sonnenblume !! Und eine doch sehr betagte Dame verlor gleich zweimal ihren Führerschein, was für sie eine persönliche Katastrophe darstellte - er konnte beide Male an sie zurückgegeben werden.

Ziemlich aus dem Rahmen fallend und doch positiv erledigt: Im Herbst 2003 kam ins Zentrale Fundservice ein Mail aus Kanada, in dem eine ältere Dame ihren Jugendfreund "suchte" - obwohl nicht in die Zuständigkeit des ZFS fallend, bemühte man sich, den Herren ausfindig zu machen, was tatsächlich gelang. Wochen später kam erneut ein Mail - es handelte sich tatsächlich um den "verlorenen" Freund und man werde sich nächstes Jahr in Wien treffen.

Die Rückgabequote bei den echten Funden liegt übrigens bei 68 %, bei gefundenen Dokumenten sogar wesentlich höher, da die Verlustträger in den meisten Fällen ja relativ problemlos ausgeforscht werden können. Die Summe der einzeln einlangenden oder in Brieftaschen etc. enthaltenen Dokumente, wie Führerschein, Zulassungsscheine, div. Bankkarten, Personalausweise, Reisepässe betrug mehr als 42.000 Stück.

Bei Bekleidung, Brillen, Schirmen, Fahrrädern usw. hat man kaum Möglichkeiten, den Verlierer auszuforschen, so er sich nicht meldet; mehr Chancen auf eine Rückgabe gibt es bei angemeldeten Handys über die Netzdienstbetreiber: Von 1.200 verlorenen Handys konnte fast die Hälfte zurückgegeben werden.

Schlüssel eignen sich eigenartiger Weise besonders gut zum Verlieren, jedenfalls tauchen beim Fundservice monatlich so um die 800 (!) Stück auf, von denen nur 20 Prozent auch wieder geholt werden.

Zu den ungewöhnlichen Fundgegenständen zählen - neben der Ziege, die am MBA 10 "abgeliefert" wurde - ein Behindertenfahrzeug, eine komplette Golfausrüstung, ein Dudelsack, eine Stoßstange samt KFZ-Kennzeichen, ein Paragleiter und vieles mehr.

Fundgegenstände, die innerhalb einer bestimmten Frist nicht an den Besitzer zurückgegeben werden können, werden auf den 2x jährlich (Herbst und Frühling) stattfindenden Fundflohmärkten verkauft. Da es gerade bei Fahrrädern eine enorme Nachfrage gibt, werden diese versteigert und erzielen durchaus gute Preise. Insgesamt wurden an beiden Flohmärkten ca. 9.500 Euro eingenommen.

"Großeinlieferanten" beim Zentralen Fundservice sind die Wiener Linien und die Postzentrale (Brieftaschen und Ausweise, die in die Wr. Briefkästen geworfen werden). (Schluss) hrs

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Helga Ruzicka-Stanzel
Tel.: 4000/81 856
ruz@m53.magwien.gv.at

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