"Neues Volksblatt" Kommentar: "Stereotyp" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 30. Jänner 2004

Linz (OTS) - =

Karl-Heinz Grasser hier, Karl-Heinz Grasser dort,
Karl-Heinz Grasser in jedem Oppositionsmund: Langsam stellt sich die Frage, was SPÖ und Grüne den lieben, langen Tag täten, wenn sie nicht den Finanzminister hätten, um sich fröhlich auf ihn einzuschießen. Denn das Aufplustern rund um den Finanzminister steht im krassen Gegensatz zu dem, was die Opposition im Polit-Wettbewerb sonst zu bieten hat. Stereotypem Getöse wird offenbar mehr Wirkung als eigenen Konzepten zugemessen.
Das ist ebenso wenig ein Frei- wie ein Schuldspruch über den -jedenfalls in Fragen politischer Optik ins Straucheln gekommenen -Finanzminister. Derartige Urteile sind Sache der zuständigen Behörden, der Justiz. Und diese prüft ja auch. Wer aber Grassers jüngste Kritik an der Staatsanwaltschaft als fragwürdig in Hinblick auf den Umgang mit dem Rechtsstaat ein-stuft, wird angesichts laufender Untersuchungen selbst fragwürdig, wenn in endloser Wiederholung eine Art Vor-Verurteilung und Vor-Kriminalisierung die eigene Politik bestimmen. Auch das kann als unzulässiger Versuch der Beeinflussung rechtlicher Instanzen verstanden werden.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001