Bärenkreuzung: Wirksame Luftgüte-Maßnahmen rasch umsetzen

Statuserhebung des Umweltinstitutes liegt vor

Feldkirch (VLK) - Im Februar 2003 kam es im Stadtgebiet von Feldkirch an der Luftgüte-Messstelle Bärenkreuzung zu Überschreitungen des im Immissionsschutzgesetz-Luft
festgelegten Grenzwerts für Stickstoffdioxid von 200
Mikrogramm pro Kubikmeter. Das Gesetz sieht bei einer Grenzwertüberschreitung die Durchführung einer
Statuserhebung und darauf aufbauend die Erlassung eines Maßnahmenkatalogs zur hinkünftigen Vermeidung von Grenzwertverletzungen vor. Nach umfangreichen Analysen und Detailstudien ist die Statuserhebung nun fertiggestellt.
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Eine Statuserhebung hat die Immissionssituation und die meteorologischen Verhältnisse für den Beurteilungszeitraum
im Detail darzustellen und die Verursacher der Grenzwertüberschreitung und ihren jeweiligen Beitrag zur Luftbelastung auszuweisen. Auch ist das voraussichtliche Sanierungsgebiet, in dem entsprechende Entlastungsmaßnahmen
zu setzen sind, festzulegen.

Unmittelbar nach Feststellung der
Grenzwertüberschreitung nahmen das Umweltinstitut und die Umweltabteilung des Landes die Statusanalysen in Angriff.
Bereits im März vergangenen Jahres lag ein erster interner
Bericht mit einer grundsätzlichen Problemanalyse vor.
Aufbauend auf diesen Bericht wurden in weiterer Folge von
externen Fachstellen nachstehende Detailstudien erstellt:

  • Vertiefte meteorologische Analyse für den Beurteilungszeitraum, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)
  • Gutachten über Emissionsfaktoren bezogen auf das spezifische Fahrzeug- und Fahrmuster im Bereich der Bärenkreuzung, Technische Universität Graz
  • Verkehrsstromanalyse für den Bereich der Bärenkreuzung, Büro Besch & Partner
  • Immisssionsklimatische Analyse der Grenzwertüberschreitung, Firma Ökoscience Chur

Die wesentlichen Erkenntnisse und Aussagen des internen Problemberichts und dieser Studien wurden schließlich in
die Statuserhebung gemäß Immissionsschutzgesetz-Luft eingearbeitet.

Die Statuserhebung zeigt auf, dass der
Kraftfahrzeugverkehr die bei weitem größte
Verursachergruppe für die Grenzwertüberschreitungen im
Februar 2003 war, wobei mehr als die Hälfte der
Stickoxidemissionen aus dem Verkehrsbereich auf den
Schwerlast- und Busverkehr entfiel. Kritische Belastungsverhältnisse treten im Raum Feldkirch speziell
dann auf, wenn am Ende einer Inversionswetterlage
geringmächtige Kaltluftseen bestehen bleiben. In diesen
dünnen Kaltluftschichten reichern sich die emittierten
Schadstoffe rasch an und können bei kurzzeitiger
Einmischung ozonreicher Höhenluft zu Stickstoffdioxid
umgewandelt werden.

Die Statuserhebung wird nun gesetzesgemäß dem Lebensministerium, der Stadt Feldkirch sowie den Interessensvertretungen auf Landesebene übermittelt und
liegt bei der Stadt Feldkirch zur öffentlichen
Einsichtnahme auf. Interessierte können auch auf der
Homepage des Landes (www.vorarlberg.at) in die
Statuserhebung Einsicht nehmen. Binnen einer Frist von
sechs Wochen können Behörden, Interessensvertretungen und
Bürger eine schriftliche Stellungnahme an das Amt der Landesregierung abgeben. Auf Grundlage der Statuserhebung
und unter Berücksichtigung der Stellungnahmen ist binnen
sechs Monaten nach Fertigstellung der Statuserhebung, also
bis spätestens Ende Juli, mit Verordnung ein
Maßnahmenkatalog zur gezielten Reduzierung der
Luftbelastung zu erlassen.

Unmittelbar nach Vorliegen sämtlicher Analysen der Statuserhebung wurde noch im Dezember eine Arbeitsgruppe
zur Ausarbeitung des Maßnahmenkatalogs installiert. Dieser Arbeitsgruppe gehören neben Verkehrs- und Umweltexperten
des Landes auch Vertreter der Bezirkshauptmannschaft
Feldkirch und der Stadt Feldkirch an. In den nächsten
Wochen werden auf Basis verschiedenster
Szenarienbetrachtungen geeignete Möglichkeiten zur
Reduzierung der Schadstoffemissionen schwerpunktmäßig aus
dem Verkehrsbereich sondiert. Es ist jedenfalls das
erklärte Ziel, einen wirkungsvollen Maßnahmenkatalog
auszuarbeiten und umzusetzen.
(so,nvl)

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