WOLFMAYR: APPELL FÜR MEHR TOLERANZ, VERSTÄNDNIS UND RESPEKT, AUCH UND GERADE AN UNSEREN UNIVERSITÄTEN

Wien, 29. Jänner 2004 (ÖVP-PK) Enttäuscht ist ÖVP-Kultursprecherin Abg. Dr. Andrea Wolfmayr "über das Einstimmen mancher Studierenden in den Chor der Krankjammerer aus Prinzip, mehr noch, über einen zunehmend respektlos sich gerierenden Aktionismus." ****

Vor dem Hintergrund der Vorkommnisse an den Universitäten in Wien und Graz - Tortenwurf, Ohrfeigen, theatralische Kostümierungen, Fahnen und Transparente im 68er Stil - stelle sich die Frage, wer hier den "Aufstand" probe, fuhr Wolfmayr fort. "Die StudentInnen? Wie viele davon sind es? Ein marginaler Prozentsatz: 0,02 bis 0,05 Prozent der Studierenden! Und wie viele sind falsch und mangelhaft informiert, verweigern aus prinzipiellen oder politischen Gründen? In Graz rasseln gar pragmatisierte Professoren mit den Büchsen. Was ist ihr Motiv? Nur ja keine Reformen?!"

"Auch sie wissen allerdings, dass Umgestaltung notwendig ist, Reformen längst überfällig sind, Staus von Jahrzehnten aufgelöst werden müssen. Übergangszeiten sind schwierig und es braucht dazu die Zusammenarbeit aller - nicht aber Demagogie und Polemisierung, Verhetzung und Gewalt", mahnte Wolfmayr weiter. Die SPÖ agiere und mobilisiere immer nach dem gleichen Rezept: Verändern ja, aber im Prinzip doch alles gleich lassen, und dazu mehr Geld. Die Studierenden werden zwar immer mehr, und der Zuspruch zu unseren Universitäten auch von außen ist enorm, aber manche selbsternannten Studentenführer hören lieber auf die "linke Wende" und agieren gegen die Regierung, propagieren Antikapitalismus und Revolutionskonzepte und versuchen mit alten Revoluzzersprüchen StudentInnen zu rekrutieren", bedauerte Wolfmayr.

"Studentinnen und Studenten haben sich - auch in den bewegten 68ern - gegen manche Entwicklungen gestellt und für Selbstverantwortung, mehr Rechte, Beteiligung, Mitsprache gekämpft. Das war und ist ihr gutes Recht", sagte Wolfmayr weiter. "Bei allem Verständnis für Sorgen, Befürchtungen und Kritik an einzelnen Punkten, bei allem Verständnis auch für Offenheit: Es geht immer um das Wie. Worte können gewalttätig sein ebenso wie Gesten, Akte und Gewaltanwendungen wie Ohrfeigen und auch das "harmlose" (?) Tortenwerfen."

"Es ist eine Frage von Stil, Respekt und Toleranz, wie man miteinander umgeht - auch bei politisch entgegengesetzten Meinungen", sagte Wolfmayr weiter. "Autonomie und Selbständigkeit der Universitäten waren in den 60er Jahren erklärtes Ziel. Jetzt, auf dem Weg zur Verwirklichung dieser Selbständigkeit, werden positive Äußerungen niedergeschrieen, wird internationales Lob als unwesentlich weggewischt. Die Möglichkeiten, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, mehr junge Wissenschafter, mehr Luft, mehr "Sauerstoff" im universitären Leben, das alles soll jetzt plötzlich nichts wert sein?" fragt sich die ÖVP-Politikerin und meint abschließend: "Ich setze und hoffe weiter auf Vernunft, Toleranz und einen menschlichen Umgang miteinander, - gerade an den Universitäten."
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