AK: Mehr Schutz für Fluggäste bei Überbuchungen, Flugabsagen und Verspätungen

Kritik der Fluggesellschaften für AK unverständlich und unsachlich - Bei Flugabsagen ohne Verschulden müssen Fluglinien nicht zahlen

Wien (AK) - Mehr Rechte für Reisende bringt die neue EU-Regelung bei Flugüberbuchungen, Absagen und größeren Verspätungen, sagen die AK Konsumentenschützer. "Unverständlich und unsachlich" ist jedoch die Kritik der Fluggesellschaften. Denn pauschale Entschädigungen sind nur dann zu leisten, wenn der Flug aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen oder der Kunde nicht mitgenommen wird, weil überbucht ist. Bei Flugabsagen ohne Verschulden der Fluglinie, zB bei Schlechtwetter oder Sicherheitsrisiken, muss nicht gezahlt werden, stellen die AK-Konsumentenschützer klar.

Anfang der Woche hat die EU eine neue Fluggast-Verordnung beschlossen, die die Rechte der Fluggäste bei Überbuchungen, Flugabsagen und größeren Verspätungen ausweitet. Die neue Regelung erfasst erstmals auch Fluggäste im Charterverkehr und bei Pauschalreisen, sagen die AK-Konsumentenschützer. Angehoben wurden vor allem die Entschädigungen für Flugpassagiere, die ein bestätigtes Ticket besitzen, aber trotzdem nicht mitfliegen konnten, weil der Flug überbucht war: Je nach Entfernung sind zwischen 250 Euro bis zu 600 Euro zu leisten.

Die Entschädigungsleistungen stehen nunmehr auch bei Flugabsagen aus wirtschaftlichen Gründen zu. Verständigen die Fluglinien die Passagiere rechtzeitig, dass der Flug abgesagt wird, können diese Folgekosten vermieden werden. Bei Verspätungen ist lediglich ein Mindestschutz realisiert: Der Kunde hat bei größeren Verspätungen Anspruch auf Mahlzeiten und Erfrischungen, erforderliche Telefonate führen zu können oder notfalls auch in einem Hotel zu übernachten. Bei einer Verspätung ab fünf Stunden besteht daneben außerdem ein Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises, so die AK-Konsumentenschützer. Die Verordnung soll in einem Jahr in Kraft treten.

Die AK begrüßt die Verordnung. Eine Absicherung der Fluggäste ist dringend nötig, damit der Konkurrenzkampf nicht am Rücken der Kunden ausgetragen wird. Für die AK schießt aber die Kritik der Fluggesellschaften an der neuen Verordnung übers Ziel hinaus, denn die pauschalen Entschädigungsleistungen sind nicht zu zahlen, wenn höhere Gewalt im Spiel ist. Außerdem wurden die Anliegen der Fluggesellschaften in die Verordnung miteinbezogen. So wurde die Höhe der Entschädigungsleistungen, die ursprünglich noch teurer angesetzt war, von den Unternehmen erfolgreich lobbyiert.

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