Neue Gesetze steigern die Lebensqualität in Österreichs Heimen Professionelle Bewohnervertreter werden den Heimbewohnern zur Seite stehen

Wien (OTS) - Seit einigen Jahren engagiert sich der Verein für Sachwalterschaft und Patientenanwaltschaft (VSP) für ein bundesweit einheitliches Heimvertrags- sowie Heimaufenthaltsgesetz. "Unsere Hartnäckigkeit, für diese wichtigen Regelungen hohe qualitative Standards einzufordern, hat sich gelohnt", freut sich der Geschäftsführer des VSP, Dr. Peter Schlaffer. Diese Gesetze, an deren Entwicklung sich der VSP aktiv beteiligte, werden heute im Plenum des Nationalrats beschlossen.

Transparente Verhältnisse beim Heimvertrag

In Österreich leben derzeit etwa 70.000 Menschen in rund 800 Alten- und Pflegeheimen. Das Heimvertragsgesetz legt fest, dass ein/e BewohnerIn vor dem Einzug ins Heim über alle zu erwartenden Leistungen informiert wird. Diese werden in einem verbindlichen Vertrag, der überdies gebührenfrei ist, festgehalten. Dabei wird auch aufgeschlüsselt, wie viel für welche Leistungen bezahlt wird. "Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung in den Alten- sowie Pflegeheimen und trägt auch zu einer höheren Lebensqualität der BewohnerInnen bei", ergänzt Schlaffer. Besonders begrüßt der VSP die gesetzliche Verankerung einer Vertrauensperson sowie die ausdrückliche Verpflichtung, Persönlichkeitsrechte zu garantieren.

Die Grauzone wird beseitigt

Gerade nach dem Pflegeskandal im Geriatriezentrum am Wienerwald wird das Thema der Freiheitsbeschränkungen in Alters-, Pflege- und Behindertenheimen wieder verstärkt diskutiert. Manche Menschen, die dort leben, sind gesundheitlich so stark beeinträchtigt, dass zu ihrem Schutz auf Freiheitsbeschränkungen zurückgegriffen werden muss. Diese dürfen aber immer nur als letzte Möglichkeit für genau definierte Zeiten und Bereiche gelten. "Freiheitsbeschränkungen geschahen bislang in einem rechtsfreien Raum und waren oft eine Konsequenz aus Personalmangel oder strukturellen Mängeln in den Heimen. Mit dem neuen Heimaufenthaltsgesetz wird diese Grauzone endlich beseitigt und eine wirksame sowie kompetente Vertretung der HeimbewohnerInnen sichergestellt", lobt Schlaffer.

Die neuen unabhängigen und weisungsfreien BewohnervertreterInnen, die künftig für die Überprüfung von Freiheitsbeschränkungen sorgen, werden von den Sachwaltervereinen ausgebildet. Dabei können die jahrelangen Erfahrungen und die hohe Kompetenz einfließen, die der VSP mit der Patientenanwaltschaft in psychiatrischen Abteilungen erworben hat. Dieses Know-how gilt ebenso für die kommende Arbeit vor Ort, die auch eine wichtige Unterstützung für die Angehörigen der Heimbewohner darstellt. "Die lange Übergangsfrist bis Juli 2005 ermöglicht es, eine optimale Ausbildung sicherzustellen und die nötigen Strukturen aufzubauen, die den hohen Anforderungen im Heimbereich entsprechen. Das neue Gesetz liefert allerdings jetzt schon Orientierung und trägt zur Sensibilisierung für freiheitsbeschränkende Maßnahmen bei. Ebenso fördert es - wie das Heimvertragsgesetz - die Qualitätssicherung der Betreuung und Pflege", so Schlaffer.

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Dr. Peter Schlaffer
Geschäftsführer des Vereins für Sachwalterschaft
und Patientenanwaltschaft
Tel.: 01/ 330 46 00-100
mobil: 0676/62 77 455
peter.schlaffer@vsp.at
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