Plattform "Chance Hochbau" richtet Petition an Bundesminister Dr. Martin Bartenstein - Bauwirtschaft fordert Ankurbelung des Hochbaus

Namhafte Vertreter der heimischen Bauwirtschaft gründen Interessensplattform - Infrastruktur-Offensive auf Kosten des Hochbaus - Öffentlicher Hochbau als Chance Wien (OTS) - Die Plattform "Chance Hochbau" - eine gemeinsame Initiative von hagebau/Öbau und namhaften Vertretern der Baubranche -kritisiert das Ungleichgewicht bei den heimischen Bauinvestitionen. "Die Österreichische Bundesregierung unternimmt zu wenig, um den Hochbau als wesentlichen Konjunkturmotor anzukurbeln", so Mag. Helmut-Dieter Kus, Initiator der "Chance Hochbau" und Geschäftsführer von hagebau/Öbau. Neben hagebau/Öbau unterstützen folgende Unternehmen die Initiative "Chance Hochbau": Ardex Baustoffe, Baumit Wopfinger, Ebenseer Betonwerke, Frühwald, Leube Baustoffe, Knauf, Internorm, Novoferm, Saint-Gobin Isover, Wienerberger und Velux.

Verlierer Hochbau

"Durch die im Generalverkehrsplan festgeschriebenen Projekte werden von der öffentlichen Hand in den kommenden Jahren Milliarden in den Bereich Infrastruktur, also in den Tiefbau, investiert. Eindeutiger Verlierer dieser Offensive ist der öffentliche Hochbau", so Kus weiter. Im Jahr 2002 stieg der Produktionswert im Tiefbau gegenüber dem Vorjahr um 5,7%. Im Hochbau ging er hingegen um 10% zurück. Noch auffälliger ist das Missverhältnis im öffentlichen Sektor: Dort steht einem Investitions-Plus von 8,7% im Tiefbau ein Minus von 15,7% im Hochbau gegenüber.

Petition an Wirtschaftsminister

In einer Petition an Bundesminister Bartenstein heben die Mitglieder der Plattform die Bedeutung des öffentlichen Hochbaus als zentralen Motor der Volkswirtschaft hervor. Neben einer Förderung des Öffentlichen Wohnbaus sollte die Regierung auch Initiativen für den öffentlichen Nicht-Wohnbau ergreifen: Die Renovierung und Sanierung von öffentlichen Gebäuden wie Kinderbetreuungs-Einrichtungen, Universitäten, Ministerien, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Schulen stehen dabei im Zentrum.

Multiplikator-Effekt

"Hochbau-Investitionen dürften nicht ausschließlich als Budget-belastende Kosten betrachtet werden. Tatsächlich erzielt man durch den Bau und die Sanierung von öffentlichen Gebäuden einen hohen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen", betont Kus als Sprecher der Initiative "Chance Hochbau". Für eine Hochbau-Initiative spricht auch der im Vergleich zum Tiefbau ungleich höhere Multiplikator-Effekt: Jeder in den Rohbau investierte Euro bewirkt eine Wertschöpfung von sechs bis acht Euro. Vor allem Klein-und Mittelbetriebe würden davon profitieren, so die Unterstützer der Plattform unisono. "Eine Mrd. Euro in den Hochbau investiert bringt der gesamten Wirtschaft in etwa 18.500 Beschäftigte", so Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Mikulas Luptacik, Institut für Quantitative VWL, WU-Wien.

Die nachhaltige und umweltverträgliche Sanierung von Bundesgebäuden mit dem vorrangigen Ziel, den Energieverbrauch zu senken, ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum Kyoto-Ziel für den Klimaschutz, zu dem sich die Bundesregierung mit Nachdruck bekennt. "Hier verbessern entsprechende Investitionen nicht nur die Schadstoffbilanz, sondern erhöhen auch die Wirtschaftlichkeit und schaffen neue Aufgabenfelder", betont Kus.

Hochbau schafft neue Aufgabenfelder

Als Beispiel nennt Kus die erhöhten Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung. Um Heizungs-, Klima- und Lüftungssysteme, Beleuchtungssysteme usw. optimal zu steuern und zu regeln, ist eine moderne Leittechnik erforderlich. Ihre Implementierung ist wiederum mit Aufträgen für Unternehmen verbunden, die auf Informations-, Kommunikations- und Automatisierungstechnologien spezialisiert sind.

Ein weiterer Aspekt sind die besonders hohen Sicherheitsstandards in öffentlichen Gebäuden. Diese erfordern die Einbeziehung von Firmen, die sich auf den Schutz vor Bränden, Überfällen, Diebstählen usw. spezialisiert haben. Die steigenden Ansprüche an die Qualität der Gebäudegestaltung sowie an die Baukultur erweiterten die Aufgabenfelder für Architekten und Ingenieure im Planungsprozess.

Um die erforderlichen Mittel aufzubringen, regt die Initiative "Chance Hochbau" alternative und innovative Finanzierungs- und Betreibermodelle unter Einbeziehung privater Investoren an. Die für den Bund günstigste Finanzierung sollte in jedem einzelnen Fall aus der Vielzahl von Public-Private-Partership-Varianten - hierzu zählen etwa Leasing- oder Contracting-Modelle - ermittelt werden.

Rückfragen & Kontakt:

hagebau/Öbau: Rita Schäffler
Tel.: +43 - 2236 - 377 600 - 0
schaeffler@hagebau.at
http://www.hagebau.at

Trimedia Communications Austria
Günter Schiester
Tel.: +43 - 1 - 524 43 00
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