"Neues Volksblatt" Kommentar: "Unterträglich" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 29. Jänner 2004

Linz (OTS) - =

Recht muss Recht bleiben, dachten sich Richter in
Salzburg und versuchten einen Achtjährigen gewaltsam auszuhändigen. Es gibt im kriminellen Bereich sicher Fälle, wo man das Recht mit Gewalt durchsetzen muss. Gegen ein schuldloses Kind ist diese Form des Rechthabenwollens unerträglich und muss Konsequenzen haben, wie Sensibilität und menschlicher Umgang im Gerichtsvollzug auch in Extremsituationen gesichert werden können. Ebenso unerträglich ist, wie das Schicksal eines Kindes in manchen Medien zur Steigerung von Auflage und Quoten missbraucht wird. Die Zerrissenheit von Scheidungskindern ist ein erschütterndes Merkmal unserer Zeit und kann in den Medien gar nicht oft genug behandelt werden. Der Schutz eines betroffenen Kindes vor dem Zugriff öffentlicher Neugierde ist ein mindestens ebenso großes Anliegen. Auch wenn im konkreten Fall offensichtlich ein Elternteil gezielt die Medien eingeschaltet hat, darf das kein Grund sein, die Intimspähre eines Kindes schonungslos zu verletzen. Das Neue Volksblatt verzichtet deshalb bewusst auf diese reißerischen Fotos, ohne das Thema als solches zu verharmlosen.

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