Steuerreform 2005: Spendenabsetzbarkeit ist überreif

Wien (OTS) - Heute vormittag forderten Vertreter von
SOS-Kinderdorf im Parlament von hochrangigen ÖVP-Politikern die längst überfällige Absetzbarkeit von Spenden. Mit Ausnahme von Finanzminister Grasser äußerten sich Klubobmann Molterer, mehrere Minister und zahlreiche Abgeordnete offen und diskussionsbereit. Monika Franta (2. von links), Leiterin SOS-Kinderdorf Wienerwald:
"Ein Initiativantrag von Abgeordneten wäre jetzt der geeignete nächste Schritt. Die dafür aufbereiteten Experten-Unterlagen konnten von uns heute übergeben werden."

SOS-Kinderdorf fordert seit Jahren im Verband mit der IÖGV, der KOO und der FMA, genau wie viele Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche - eine Reform des bestehenden Steuersystems. Die Spendenabsetzbarkeit muss endlich auf soziale und karitative Organisationen ausgeweitet werden. Der aktuelle Zustand, dass Spenden an z. B. wissenschaftliche Institutionen für "Vogelkunde oder Ameisenforschung" steuerlich absetzbar sind, Spenden für soziale oder humanitäre Zwecke aber nicht, ist für SOS-Kinderdorf Geschäftsführer Wilfried Vyslozil untragbar.

Mit dieser ungerechten und sehr restriktiven Regelung steht Österreich im Schlusslicht der gesamten EU. In fast allen anderen Ländern gibt es gesetzliche Regelungen, die Spender für ihr freiwilliges Engagement steuerlich belohnen. Der relativ geringe, finanzielle Steuerausfall wird durch den erwartenden Spendenanstieg, wie eine von den Ministern Ferrero-Waldner und Haupt beauftragte IHS-Studie beweist, bereits nach wenigen Jahren ausgeglichen.

"Der Multiplikatoreffekt ist enorm. Durch die zu erwartenden Mehreinnahmen könnten wir unsere Angebote für Kinder und Jugendliche in Österreich ausbauen, ohne den Staat zusätzlich belasten zu müssen. Jeder Jugendliche, der den Einstieg in den Berufsalltag findet, erspart dem Staat Ausgaben in Form von Sozialleistungen, die ein Mehrfaches betragen. Das wird sogar der Herr Finanzminister zugeben müssen", so Vyslozil.

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