Pirklhuber: EU-Kommission entscheidet gegen Interessen der Bevölkerung

Zulassung von gentechnisch veränderter Maissorte unverantwortlich

Wien (OTS) "Mit der heutigen Entscheidung der EU-Kommission, die gentechnisch veränderte Maissorte Bt 11 der Firma Syngenta zuzulassen, hat die Kommission gegen die Interessen der KonsumentInnen gestimmt", so der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Die EU-Kommission hat damit erstmals seit fünf Jahren wieder ein gentechnisch verändertes Lebensmittel zugelassen. "Obwohl die gesundheitlichen und ökologischen Risiken dieser neuen Technologie noch nicht ausreichend erforscht sind, geht die Kommission und auch EU-Kommissar Fischler einmal mehr vor der Gentech-Lobby in die Knie", kritisiert Pirklhuber. "Da in der EU derzeit Zulassungsverfahren für etwa 30 Gentech-Sorten anhängig sind, bedeutet diese Entscheidung einen Dammbruch für eine Welle von Gentech-Zulassungen in der EU, für die die Mitgliedstaaten in keiner Weise vorbereitet sind", kritisiert Pirklhuber. Bei Bt 11-Mais sei weder das Allergierisiko experimentell analysiert noch seien ausreichend toxikologische Untersuchungen gemacht worden, so Pirklhuber.

Die Kommission sei zudem in mehrfacher Hinsicht säumig. So habe sie bisher kein EU-weites Konzept für die Einrichtung gentechnikfreier Regionen vorgelegt. Dasselbe gelte für die Frage der Haftung.

Hintergrund des Vorstoßes der Kommission ist eine Klage der USA gegen die EU bei der WTO aufgrund des Zulassungsstopps für gentechnisch veränderte Organismen in der EU. Dabei warnten selbst amerikanische Wissenschaftler in einer kürzlich in Washington präsentierten Studie vor der unkontrollierten Ausbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren, da die bisherigen Methoden der Eingrenzung nicht fehlerfrei seien, so Pirklhuber.

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