Partik-Pablé: "Kinder sollten nicht exekutiert werden wie Fernseher"

"Eigener Anwalt für Kinder in Pflegschaftsverfahren"

Wien, 2004-01-28 (fpd) - Der neueste Fall einer Kindesabnahme durch Gerichtsvollzieher ist für die freiheitliche Justizsprecherin Dr. Partik-Pablé Anlass zu verlangen, endlich die Durchsetzung von Pflegschaftsentscheidungen durch Exekutoren gesetzlich zu untersagen. ****

Für derartige Fälle müsse eine Alternative geschaffen werden, die nicht die Durchsetzung von Gerichtsentscheidungen, sondern die Menschenwürde des Kindes in den Mittelpunkt stelle. Das Verhalten des Kindes lasse außerdem vermuten, daß die Entscheidung des Gerichts den Wunsch des Kindes nach dem Verbleib beim Vater stärker hätte berücksichtigen müssen. "Anstelle dessen wurde mit Brachialgewalt der Richterspruch erfüllt", erklärte Partik-Pable.

Bei allem Verständnis für die schwere Aufgabe in einer strittigen Pflegschaftssache die richtige Entscheidung zu treffen, müsse doch der Leitgedanke jeder "obrigkeitlichen Handlung" das Wohl des Kindes sein. Das sei hier mit Füssen getreten und dabei sei nicht abzusehen, welche Schäden dem Kind zugefügt worden seien. Dies, so Partik-Pablé, sei ohne Zweifel ein zu hoher Preis, den der Rechtsstaat dem Kind abverlangt habe.

Die freiheitliche Justizsprecherin wird sich überdies dafür einsetzen, daß ein Kind in solchen Verfahren seinen eigenen Anwalt zur Durchsetzung seiner Interessen erhält. (Schluß)

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