ÖÄK ruft Spitalsärzte zur Meldung nicht dokumentierter Arbeitszeit-Überschreitungen auf

Ärztekammer will Vorfälle zur Anzeige bringen - Wirksame Sanktionsmöglichkeiten für Verstöße gegen das Krankenanstalten-Arbeitszeit gefordert

Wien (OTS) - Bezugnehmend auf einen Bericht in der gestrigen ORF-Fernsehsendung "Report" ruft die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) alle Spitalsärztinnen und -ärzte auf, Arbeitszeitüberschreitungen, die vom Dienstgeber nicht ordnungsgemäß dokumentiert werden, der Österreichischen Ärztekammer oder der zuständigen Landesärztekammer zu melden. "Wie gestern deutlich wurde, ist es offenbar in einigen Häusern gängige Praxis, geleistete und auch dokumentierte Überstunden von Ärzten entweder nicht zur Kenntnis zu nehmen oder Druck auf Ärzte auszuüben, entsprechende Aufzeichnungen von Arbeitszeit-Überschreitungen zu unterlassen. Ärztinnen und Ärzte, die derartigen Repressalien ausgesetzt sind, sind dringend aufgerufen, sich an uns zu wenden, damit wir diese widerrechtliche Vorgangsweise abstellen können", erklärte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, Dr. Harald Mayer, am Mittwoch in einer Aussendung. Die Bundeskurie Angestellte Ärzte wehre sich "mit Entschiedenheit gegen diesen unrechtmäßigen Umgang mit Dienstnehmer-Interessen und eklatante Vernachlässigung der Fürsorgepflicht der Arbeitgeber". Sie werde die ihr in diesem Zusammenhang bekannt werdenden Vorfälle sofort zur Anzeige bringen, betonte der Spitalsärztevertreter.

Der Bundeskurienobmann forderte das Arbeitsministerium nachdrücklich dazu auf, endlich wirksame Sanktionsmöglichkeiten gegen Arbeitgeber einzuführen, die gegen das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz verstoßen, vor allem Strafbestimmungen für den Öffentlichen Dienst. "Fehlende finanzielle Mittel können kein Argument sein, ein Gesetz nicht einzuhalten und nichts gegen Arbeitszeit-Verstöße zu tun", kritisierte Mayer die gestrige Darstellung des Arbeitsministers. Im Zusammenhang mit der hohen Arbeitszeitbelastung der Spitalsärztinnen und -ärzte erneuerte Mayer die Forderung der Bundeskurie Angestellte Ärzte nach einer neuen Berechnungsgrundlage für die Personalplanung in den Spitälern, die nicht nur nach der Zahl der vorhandenen Betten vorgehe, sondern auch den erhöhten Patientenumsatz pro Bett und den gestiegenen ärztlichen Leistungsumfang für behandlungsaufwändige und hochbetagte Patienten in den Spitälern berücksichtige.

Betroffene Spitalsärzte können sich an ihre zuständige Landesärztekammer oder an folgende Rufnummer der Österreichischen Ärztekammer wenden:
Österreichische Ärztekammer
Bundeskurie Angestellte Ärzte
Tel.: 01/ 51406-34

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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