Presseinformation des Fachverbands der Pensionskassen

Wien (OTS) - Gutes Ergebnis 2003 bringt Ertragsstabilisierung bei Pensionskassen Nachfrage nach Betriebspensionen in Österreich steigt gutes Anlageergebnis im langjährigen Durchschnitt erweiterter Transparenz-Standard geplant

Eine stark steigende Nachfrage nach betrieblichen Zusatzpensionen melden die österreichischen Pensionskassen für das vergangene Jahr. Der Anlageertrag konnte auf durchschnittlich sieben Prozent gesteigert werden (je nach Veranlagungsform zwischen fünf und acht Prozent). Dieses gute Ergebnis liegt im langjährigen Durchschnitt und stabilisiert die Ertragssituation nach den vergangenen schwierigen Veranlagungsjahren. Für 2004 sehen die Pensionskassen insbesondere bei Klein- und Mittelbetrieben ein großes Wachstumspotenzial. Um die Vergleichbarkeit der Pensionskassen sicherzustellen, wird ein einheitlicher "Transparenz-Standard" entwickelt.

Die heimischen Pensionskassen haben im abgelaufenen Jahr eine stark steigende Nachfrage nach betrieblichen Zusatzpensionen verzeichnet: Mit über zehn Prozent Wachstum wurde das Ergebnis von 2002 weit übertroffen. Insgesamt haben bereits 383.000 Menschen in Österreich einen Anspruch auf eine Zusatzpension bei einer Pensionskasse das sind rund zwölf Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen. Im Jahr 2002 waren es noch 344.000 Personen. Die gesamte "Zweite Säule" des Pensionssystems erfasst damit bereits über 18 Prozent der Österreicher. Mit 280 Mio. Euro pro Jahr sind die Pensionskassen der größte private Pensionszahler in Österreich.

Gutes Anlageergebnis stabilisiert Erträge

Nach den weltweit schwierigen letzten Veranlagungsjahren wird die von den Pensionskassen erwirtschaftete Verzinsung des veranlagten Vermögens für das Jahr 2003 rund sieben Prozent betragen. "Das gute Anlageergebnis liegt im langjährigen Schnitt aller Pensionskassen. 2003 war also das Jahr der Stabilisierung", erläutert der Geschäftsführer des Fachverbands der Pensionskassen, Dr. Fritz Janda, die mehrjährige Entwicklung.

Zum Abschluss dieser Stabilisierungsphase müssen einzelne Pensionskassen die in den schwierigen Jahren aufgebrauchten Reserven auffüllen. Zusätzlich kommt es bei einem Anbieter zu einer Systemumstellung, weshalb bei einem Drittel aller Berechtigten die Pensionen innerhalb eines Schwankungsbereichs um 0,1 bis zwei Prozent sinken werden. Zwei Drittel der Pensionen steigen ebenfalls innerhalb dieses Schwankungsbereichs oder bleiben gleich.

Mindestertrag künftig stärker abgesichert

Die Erfahrung aus der mehrjährigen schlechten Wirtschaftslage hat europaweit zu einem Umdenken geführt. Deshalb wurden die Pensionskassen im Jahr 2003 vom Gesetzgeber auf Basis der EU-Richtlinie verpflichtet, durch Bildung von Rücklagen den Berechtigten einen jährlichen Mindestertrag von 1,5 Prozent verstärkt abzusichern. Diese "Mindestertragsrücklage" ist zweckgebunden und wird im Fall von mehrjährigen Wirtschaftskrisen zum Ertragsausgleich eingesetzt.

Aufbauarbeit der Pensionskassen bei "Abfertigung neu"

Mit 1. Juli 2002 hat der Gesetzgeber das alte Abfertigungssystem durch ein völlig neues, beitragsorientiertes Kapitaldeckungsverfahren ersetzt. Bereits mit 1. Jänner 2003 mussten die dafür gegründeten Mitarbeitervorsorgekassen in der Lage sein, sämtliche neue Dienstverhältnisse in Österreich zu verwalten. Alle großen Pensionskassen sind an Mitarbeitervorsorgekassen beteiligt oder haben zumindest ein Naheverhältnis zu einer solchen Einrichtung. Nur aufgrund der Erfahrung und des Know-how der Pensionskassen war es möglich, die vom Gesetzgeber kurzfristig erlassenen neuen Bestimmungen in der vorgeschrieben Zeit zu erfüllen.

2004: Fachverband bei Ertragsentwicklung optimistisch

"Vorsichtiger Optimismus" sei laut Mag. Christian Böhm, dem designierten Obmann des Fachverbands der Pensionskassen, bei der Entwicklung der Anlageerträge für das neue Jahr angesagt. Die aktuelle Wirtschaftsentwicklung lasse eine positive Entwicklung des Anlagevermögens erhoffen. Böhm wies auch auf die Notwendigkeit hin, "bei der Entwicklung des Pensionsvermögens nicht nur die Momentaufnahme zu betrachten. Für die Sicherheit der Pensionen ist letztlich nur die langfristige Aufbauarbeit von Bedeutung und auch da bringen die österreichischen Pensionskassen eine gute Performance".

Die Entwicklung der Jahresergebnisse seit 1990 beweist das: Im Durchschnitt liegt die von den Pensionskassen jährlich erwirtschaftete Verzinsung bei sieben Prozent. Nach sehr guten Ergebnissen Mitte der 1990er Jahre und trotz des Einbruchs der Kapitalmärkte in den vorhergehenden Jahren wurde 2003 dieser Durchschnittswert wieder erreicht.

Umsetzung der EU-Richtlinie

Bis Ende 2005 muss die EU-Richtlinie zur betrieblichen Altersvorsorge vollständig umgesetzt sein. Da das österreichische Pensionskassen-System bereits sehr modern ist, werden nur noch geringfügige Änderungen notwendig sein, etwa bei der Möglichkeit der grenzüberschreitenden Tätigkeit. Die EU-Richtlinie wird es den heimischen Pensionskassen künftig ermöglichen, mit ihrer Zulassung auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten tätig zu werden. Umgekehrt werden ausländische Anbieter auch in Österreich präsent sein können.

Die heimischen Pensionskassen bekennen sich zu einem vielfältigen Angebot und freien Wettbewerb in diesem Markt, wie dies in der EU-Richtlinie gefordert wird. Das Modell, für die betriebliche Vorsorge eigene Pensionskassen zu schaffen, hat sich auch international bewährt und bietet den Unternehmen und Begünstigten hohe Sicherheit, Transparenz und Mitspracherechte im Aufsichtsrat. "In Österreich sind bereits faire Rahmenbedingungen für alle Anbieter gegeben und daran wird sich durch die Umsetzung der EU-Richtlinie nichts ändern", meint Böhm.

Erweiterter Transparenz-Standard wird ausgearbeitet

Die steigende Anzahl an Unternehmen und Berechtigten erfordert auch Verbesserungen in der Informationsarbeit. Bisher war es für Unternehmen und Berechtigte schwierig, die Performance "ihrer" Pensionskasse richtig einzuschätzen. Die Pensionskassen entwickeln deshalb bis Mai 2004 einen erweiterten Transparenz-Standard. Böhm:
"Damit ermöglichen wir den Berechtigten, die Entwicklung der einzelnen Pensionskassen besser zu vergleichen." Es ist beabsichtigt, die Erträge nach den verschiedenen Veranlagungsformen von konservativ bis dynamisch auszuweisen.

Trend zur "zweiten Säule" verstärkt sich

Hatten die Zuwächse bei Betriebspensionen in den vergangenen Jahren vorwiegend Großunternehmen betroffen, verzeichnen die Pensionskassen nun auch zunehmend Nachfrage von Klein- und Mittelbetrieben. Diese Entwicklung ist laut Janda darauf zurückzuführen, "dass der Wegfall des alten Abfertigungssystems die Mobilität der Arbeitnehmer steigert. Viele Unternehmen sehen in Zusatzpensionen ein geeignetes Mittel zur längerfristigen Bindung ihrer Mitarbeiter".

"Österreich befindet sich bei der betrieblichen Altersvorsorge im Aufbruch", meint Janda. Durch die Veränderungen in der ersten Säule, den ASVG-Pensionen, sehen immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Nutzen eines zweiten Standbeins. Auch wenn in Ländern mit längerer Tradition bei betrieblicher Vorsorge weit höhere Summen verwaltet werden, kann sich das österreichische Ergebnis sehen lassen: "Rund 9 Mrd. Euro werden derzeit von den heimischen Pensionskassen veranlagt. Damit sind die Pensionskassen in Österreich ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor. Dieser Trend wird 2004 auch weitere Neugründungen von Pensionskassen hervorbringen", so Janda weiter.

Der internationale Vergleich zeigt das Potenzial und auch die Bedeutung dieses Sektors: In Nordamerika verwalten Pensionsfonds rund 6.700 Mrd. Euro, in Europa 2.600 Mrd. In Ländern vergleichbarer Größe sind es etwa in den Niederlanden 400 Mrd. und in der Schweiz 300 Mrd. Euro.

Bitte beachten Sie folgende Grafiken / Schaubilder / Fotos zum Download auf http://www.pensionkassen.at unter Presse-Lounge
http://www.iwm.co.at/default.asp?p=3&sec=2&l=de

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Pensionskassen
Dr. Fritz Janda
Tel.: (0) 5 90 900 - 4108
Mobil: 0664 540 6197
Fax: (0) 5 90 900 - 3544
fvpk@wko.at, http://www.pensionskassen.at
sowie
Agentur Skills
Mag. Katrin Gmeiner
Tel. (01) 505 26 25 - 65
Fax: (01) 505 94 22
gmeiner@theskillsgroup.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0002