HGPD-Kaske: "Glückliches Tourismusland Österreich"

Trotzdem niederes Einkommen, wenig Karrierechancen

Wien (ÖGB/HGPD). "Tu felix Austria - glückliches Österreich - kann man mit Fug und Recht sagen, wenn man Bilanz über die Tourismussaison 2003 zieht", freute sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), heute, Mittwoch Vormittag, in einer Pressekonferenz. Trotz Konjunkturschwäche bei unseren Stammkunden im benachbarten Deutschland sei es dem österreichischen Tourismus gelungen, vor allem im Sommer hervorragende Ergebnisse mit Umsatzsteigerungen von 2,8 Prozent zu erzielen. "Und auch die Wintersaison läuft hervorragend", erklärte Kaske auch in Hinblick auf die demnächst bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen in der Branche.++++

"Tourismus ist auch weiter ein Beschäftigungsmotor in diesem Land", berichtete der HGPD-Vorsitzende: "Gegenüber dem Jahr 2002 hat die Beschäftigung in der Branche im Jahresdurchschnitt um 2,2 Prozent zugenommen. Allerdings steigt auch die Arbeitslosigkeit weiter: 2003 waren im Jahresdurchschnitt um 2,6 Prozent mehr Tourismusbeschäftigte arbeitslos als im Jahr zuvor." 8.982 Saisoniers seien diesen Winter in Österreich beschäftigt, weiß Kaske: "Dazu kommen gerade in Tirol überdurchschnittlich viele Saisonbeschäftigte aus den neuen deutschen Bundesländern." Der Tourismusgewerkschafter warnte aber: "Die KollegInnen aus Ostdeutschland so wie die Saisoniers aus Mittel- und Osteuropa werden uns nicht ewig zur Verfügung stehen."

Rudolf Kaske ging auch auf eine jüngst von der Wirtschaftskammer Österreich produzierte Studie zum Tourismusarbeitsmarkt ein: "Ich halte es für unseriös, wenn es dort heißt, dass nur 10 Prozent der Arbeitslosen im Tourismus vermittelt werden könnten, weil so viele Wiedereinstellungszusagen haben. Wir sind schon seit geraumer Zeit gegen diese Zusagen." Der Gewerkschafter erklärte auch, dass sich Betriebe nicht über mangelnde Qualifikation beklagen sollten, da -wie eine IFES-Umfrage im November 2003 ergeben hat - die betriebliche Weiterbildung seit 1999 von 27 Prozent auf 12 Prozent gesunken sei.

Der Tourismusgewerkschafter wies bei dieser Gelegenheit wieder einmal darauf hin, dass das Monatsdurchschnittseinkommen im Tourismus 2002 bei 1194 Euro lag, bei den ÖsterreicherInnen insgesamt betrug dieses Durchschnittseinkommen 1866 Euro: "Und wenn hier wieder einmal mit Kost und Logis argumentiert wird, kann ich mich nur wundern. Die wenigsten KollegInnen sind in der Zwischensaison obdachlos - und für die Wohnung daheim muss trotzdem bezahlt werden."

Abschließend appellierte Kaske an die UnternehmerInnen, den Euro nicht zum "Teuro" zu machen: "Aber natürlich brauchen auch die heimischen Tourismusbetriebe eine gute wirtschaftliche Basis. Als Gewerkschaft erwarten wir uns, dass nicht nur die Kassa der Betriebe klingelt, sondern dass die ArbeitnehmerInnen etwas von den Mehreinnahmen auch in ihren Geldbörserln spüren. " (kk)

ÖGB, 28. Jänner 2004
Nr. 038

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