Kossina: Aktives Handeln für weniger Verpackungsmüll

Der "Wiener MehrWegweiser" - http://www.mehrwegweiser.at/ - geht online

Wien (OTS) - Die Mehrwegflasche - die wiederbefüllbare
Pfandflasche für Getränke - gibt es noch! Sie ist aber für KonsumentInnen im Einweg-Dschungel oft schwer auffindbar. Mit dem Wiener Mehrwegweiser unter "http://www.mehrwegweiser.at/", wird der umweltbewusste Getränkekauf jetzt einfacher. Bequem von zu Hause können EinkäuferInnen "per Mausklick" herausfinden, welche Getränke in Pfand-Mehrwegflaschen in den Wiener Geschäften in ihrer Nähe angeboten werden.

Die Stadt Wien investiert jährlich für Abfallvermeidungsprojekte fünf Millionen Euro. "Abfallvermeidung ist wesentlicher Baustein der zukunftsorientierten Wiener Abfallwirtschaft und hat daher einen hohen Stellenwert", betonte heute, Mittwoch, Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina bei einer Pressekonferenz. Die ständig wachsende Müllflut kann damit eingedämmt und wertvolle Ressourcen können geschont werden. Mit dem online-Einkaufsführer setzt Wien einen weiteren ökologischen Schritt als Umweltmusterstadt.

Der online-Einkaufsführer, ist eines von 23 Abfallvermeidungsprojekten der Stadt Wien und wurde am Mittwoch von Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina präsentiert.****

"Mehrweg ist der bessere Weg, weil damit weniger Abfall entsteht", so Kossina. "Immerhin sind Mehrwegflaschen bis zu 60 mal länger in Verwendung. Mit dem Online - Einkaufsführer hat der Konsument die Chance, bewusster einzukaufen und rasch herauszufinden, welche Supermärkte Pfand-Mehrwegflaschen anbieten. Ich freue mich über dieses besonders konsumentenfreundliche Projekt zur Abfallvermeidung", so die Umweltstadträtin.

Seit 1994 hat sich der Anteil an Mehrwegflaschen bei Mineralwasser und Fruchtsäften ungefähr halbiert. Fruchtsäfte in Pfandflaschen gibt es fast nur noch in Bio- und Reformmärkten.

Rund 53.500 Tonnen Einwegmüll fallen jährlich in Wien an, die Tendenz ist steigend. Obwohl Ökobilanzen zeigen, dass Mehrwegsysteme ökologisch sinnvoller sind als die Einwegverpackungen, setzt der Bund derzeit keine effizienten gesetzlich verbindlichen Gegenmaßnahmen. Die längst fällige Novellierung der Verpackungsverordnung lässt noch immer auf sich warten.

"Der Mehrwegweiser ist eine Antwort auf die steigende Einwegmüllberge: Umweltbewusste KonsumentInnen sollen gestärkt, Erzeuger und Händler aufgefordert werden, vermehrt Mehrweg-Flaschen anzubieten", so Christian Pladerer, Abfallexperte am Österreichischen Ökologie-Institut.

Jedes Geschäft in Wien, das ein oder mehrere Getränke in Mehrwegflaschen verkauft, wurde in den Einkaufsführer aufgenommen -vom kleinen Greißler um die Ecke bis zu Filialen von Supermarktketten. Je mehr unterschiedliche Produkte, desto öfter wird der "User" des Einkaufsführers auf das Geschäft verwiesen.

In der Datenbank sind 1200 Getränke verzeichnet und 1000 Verkaufsstellen in Wien angeführt. Jedes Suchergebnis in http://www.mehrwegweiser.at/ ist mit einem genauen Lageplan des Geschäftes mit öffentlicher Verkehrsanbindung ausgestattet. Außerdem ist verzeichnet, welche Händler ein Lieferservice anbieten.

Mehrwegquoten bei Getränkeverpackungen sinken

Der Anteil der Mehrwegflaschen ist in den Jahren 1994 - 2002 von rund 68 auf 47 Prozent gesunken. Den stärksten Rückgang des Mehrweganteils gibt es bei Mineralwasser. Zwischen 1994 und 2002 sank er von 96 auf nur noch 54 Prozent. Die Mehrwegquote bei Bier sank von rund 93 Prozent im Jahr 1994 auf 83 im Jahr 2002. Bei alkoholfreien Getränken sank die Quote im selben Zeitraum von 57 auf 36 Prozent. Bei Fruchtsäfte ist der Mehrweganteil von 27 auf 15 Prozent gesunken.

Mehrwegsysteme sind ökologisch sinnvoller

Mehrwegsysteme vermeiden Abfälle, schonen Ressourcen und sparen Energie. Eine Stärkung der Getränkemehrwegverpackungen kann nur funktionieren, wenn einerseits der Handel das Angebot der Produkte in Mehrwegverpackungen erhöht und andererseits KonsumentInnen auch Mehrweggebinde nachfragen und kaufen. (Schluss) bfm

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