FSG-Lindner: Wahlrecht ab 16 statt Bevormundung durch Eltern

Jugend ist nicht "zu faul zum arbeiten", sondern reif zum Mitentscheiden

Wien (FSG). "Das Wahlrecht ist unteilbar. Folglich ist auch nichts davon zu halten, dass Eltern für ihre Kinder zur Urne gehen sollen", lehnt der Jugendvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG), Mario Lindner, die Forderung des Cartellverbands (CV) entschieden ab. Stattdessen fordert Lindner eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre - "und zwar auf Gemeinde-, Landes-, und Bundesebene sowie bei Europawahlen."++++

Eltern, die für ihre Kinder wählen dürfen, wären ein Rückschritt in die Bevormundung: "Es ist zu bezweifeln, dass die Eltern im Interesse ihrer Kinder abstimmen würden", so der Vorsitzende der FSG-Jugend. Oft hätten Kinder und Jugendliche gänzlich andere Standpunkte als deren Elterngeneration.

Lindner erinnert in diesem Zusammenhang an die Aussagen des Salzburger Wirtschaftskammer-Präsidenten Rainhardt Buemberger, wonach viele arbeitslose Jugendliche nur "zu faul zum Arbeiten" seien. Lindner: "Abgesehen davon, dass das eine unglaubliche Diffamierung Tausender Jugendlicher ist, die verzweifelt nach einer Lehrstelle suchen, aber keine finden können, weil die Beschäftigungspolitik der Bundesregierung versagt hat: Falls Buemberger Kinder hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie begeistert wären, wenn ihr Vater für sie wählen dürfte."

"Wer wirklich für die Interessen der Jugendlichen eintreten will, muss ihnen endlich das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren zugestehen", fordert Lindner. Mit 14 seien sie strafmündig, mit 15 berechtigt, den Mopedausweis zu machen - "aber wenn es ums Entscheiden geht, spricht man ihnen jede Reife ab", wundert sich der FSG-Jugendvorsitzende.

Besonders originell sei, dass der CV seine Forderung nach dem Famileinwahlrecht gerade im Rahmen des Österreich-Konvents stellte. "Der Österreich-Konvent, wo es um die Zukunft unseres Landes geht, findet fast unter Ausschluss sämtlicher JugendvertreterInnen statt", erinnert Lindner. (fk)

FSG, 26. Jänner 2004
Nr. 008

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