Landauer: KAV spielt Mikado anstatt notwendige Verbesserungen im Pflegebereich zu schaffen!

Wien, 2004-01-26 (fpd) - Anhand einer Jubelbroschüre des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) kritisierte heute die Gesundheitssprecherin der Wiener Freiheitlichen, Stadträtin Karin Landauer, die zahlreichen Missstände sowie die Tatenlosigkeit der Verantwortlichen im Wiener Pflegebereich. Unter dem Titel „Das Leitbild des Wiener Krankenanstaltenverbundes – Unsere Stärken, unsere Ziele“ zieren Mikado-Stäbchen die Broschüre, während notwendige Verbesserungen auf der Strecke bleiben. „Offensichtlich hat man sich das Mikado Spiel „Wer sich zuerst bewegt, muss gehen (oder hat verloren)“ zum Motto gemacht. Tatsächlich sind im KAV immer diejenigen, die Fehlentwicklungen aufzeigen, die Bösen“, so Landauer. ****

Die FP-Stadträtin wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man in Wien seit Jahren lediglich ein Drittel der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze ausschöpfe. So seien beispielsweise im AKH nur 100 der möglichen 300 Plätze besetzt. „Es wurde absolut nicht vorgesorgt um bis 2007 die notwendigen 4500 Arbeitsplätze im Pflegebereich zu schaffen. Hier zeigen sich die jahrelangen Versäumnisse, wo man keinerlei Offensive für die Entscheidung zu einem Pflegeberuf und keine Anreize für Wiedereinsteiger getätigt hat. Im Gegenteil, es gibt aufgrund besserer Aufstiegschancen starke Abwanderungstendenzen von Menschen in Pflegeberufen in die Bundesländer sowie in private Kranken- und Pflegeeinrichtungen. Dem muss sofort entgegengesteuert werden“. Weiters drohe mit 1.1.2005 ein Ausufern der Vereine, die schon jetzt aus den östlichen Nachbarändern Österreichs kurzfristig 5.000 bis 10.000 Pflegepersonen hereinholen.

Landauer forderte deshalb die Aufwertung des „freiwilligen sozialen Jahres“. So wie Frauen freiwillig zum Bundesheer gehen können, sollte es ihnen ermöglicht werden einen solchen Dienst zu absolvieren. Sozialdienst, Zivildienst und Grundwehrdienst sollten zukünftig bei der Entlohung sowie der sozialen Absicherung gleichgestellt werden.

Abschließend verwies die FP-Stadträtin auf das Projekt „Sonnenschein“, bei dem politische Mandatare der Stadt einen freiwilligen Praktikumstag in einem Pflegeheim absolvieren sollten. Landauer, die selbst bei einem solchen Tag feststellen konnte, wie sehr dem Pflegepersonal dadurch geholfen werden kann: „Bürgermeister Dr. Michael Häupl hat sich sehr interessiert gezeigt und seine Unterstützung bei der Umsetzung dieses Projekts zugesichert“. (Schluss) lb

Rückfragen & Kontakt:

FP-Wien/4000 81798

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0004