SJÖ: Bundesheer hat ausgedient

Vorschlag zur Einführung eines Zwangsdienstes für Frauen ist lächerlich

Wien (OTS) - Für Andreas Kollross, Vorsitzenden der
Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), sind die Erkenntnisse der Bundesheer-Reformkommission ein guter Grund, die Abschaffung des Bundesheeres in Angriff zu nehmen. "Die Landesverteidigung gehört nicht mehr zu den Aufgaben des Bundesheeres, da die entsprechenden Bedrohungsbilder nicht mehr existieren. Somit verliert das Bundesheer seine Existenzberechtigung. Die Beteiligung an einer Euro-Interventionsarmee ist abzulehnen. Die Diskussion um die Beistandspflicht im Falle eines militärischen Angriffs auf ein EU-Mitglied ist rein hypothetisch und dient nur als Vorwand, um den Boden für eine Interventionspolitik vorzubereiten. Etwas anderes zu behaupten ist realitätsfern", so Kollross.

Kollross erteilt auch dem Zwangsdienst für Frauen eine klare Absage: "Frauen verrichten mehr als die Hälfte der gesellschaftlich notwendigen - also der bezahlten und der unbezahlten - Arbeit und erhalten dafür nur ein Drittel des ausbezahlten Lohns. Ein Zwangsdienst würde diese Situation nur noch weiter verschärfen. All jene, die sich in diesem Zusammenhang auf den Gleichheitsgrundsatz berufen, sollten dafür eintreten, dass die Schlechterstellung der Frauen in unserer Gesellschaft abgeschafft wird, anstatt den Frauen noch mehr Belastungen aufzubürden. Mit einer Abschaffung des Bundesheeres würde der Zwangsdienst ohnehin wegfallen."

Kollross hält jenen, die im Zusammenhang mit dem Zwangsdienst an das soziale Gewissen der Bevölkerung appellieren die soziale Verantwortung der Politik entgegen: "Das Argument, dass wir uns regulär bezahlte Sozialberufe nicht leisten können ist fadenscheinig, da es hierbei ja bestenfalls um eine Prioritätensetzung geht. Die Regierung hat sich für Kriegsspielzeug in Form von Abfangjägern entschieden. Sie hätte auch in Richtung Vollbeschäftigung etwas unternehmen können. Mit der Abschaffung des Zwangsdienstes können wir qualitative Arbeitsplätze schaffen und kommen somit dem Ziel der Vollbeschäftigung einen Schritt näher. In Anbetracht der steigenden Arbeitslosigkeit wäre das ein Fortschritt."

Kollross fordert abschließend ein Umdenken der Politik hinsichtlich sinnvoller Konfliktlösungsstrategien: "Es ist mittlerweile Prestigesache, bei militärischen Interventionen dabei zu sein. Mutiger sind allerdings Ansätze, die den Status quo in Frage stellen und neue Friedensperspektiven bieten. Die Abschaffung des Bundesheeres und somit die Absage an die Rüstungspolitik ist ein solcher Ansatz. Alles andere bedeutet die Einreihung in den Zug der Lemminge."

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