Rede des BM Mag. Herbert Haupt anlässlich des Wirtschaftsforums in Teheran

Wien (BMSG/OTS) - Anlässlich der Eröffnung des bilateralen Wirtschaftsforums in Teheran unter Beisein des iranischen Präsidenten Seyed Mohammad Khatami und des österreichischen Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil hielt der Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, Mag. Herbert Haupt, heute Vormittag folgende Rede im Wortlaut:

"Exzellenzen,
sehr geehrte Damen und Herren!

In diesem Rahmen möchte ich meiner Freude Ausdruck verleihen, hier und heute vor Ihnen das Wort zu ergreifen.

Ich habe gestern im österreichischen Kulturforum hier in Teheran eine Ausstellung eröffnet, welche sehr eindrucksvoll die Sympathie, die gegenseitige Achtung und die gute Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Österreich dokumentiert.

Ich habe auch sinnbildlich von einer historisch gewachsenen Brücke zwischen unseren beiden Ländern gesprochen, welche immer gepflegt und beschritten wurde. Mit dem Besuch des Herrn Bundespräsidenten hier im Iran, wird es auch wieder einmal sichtbar, wie gut diese Brücke unsere beiden Länder zusammenhält.

Ein Teil dieser Brücke ist auch der Technologiebereich und der Technologietransfer im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.

Wie Sie wissen, entwickelt sich der bilaterale Handel zwischen Österreich und dem Iran gut. Ich bin mir sicher, dass unser heutiges Wirtschaftsforum einen weiteren Baustein einer erfolgreichen Zusammenarbeit darstellt.

Hinter vielen wirtschaftlichen Erfolgen steht österreichische Technologie. Für dieses Vertrauen in unsere Produkte sind wir dankbar und auch stolz.

Österreichische Technologie hat weltweit einen hohen Standard. Neben der ständigen Forschung und Weiterentwicklung nicht zuletzt auch deswegen, da die österreichische Bundesregierung voll hinter dem Technologie- und Innovationsbereich steht. Der Stellenwert ist auch dadurch ersichtlich, dass dieser wichtige Zukunftsbereich beim stellvertretenden Regierungschef und Vizekanzler Hubert Gorbach ressortiert, den ich heute vor dem Wirtschaftsforum vertreten darf.

Das Interesse des Iran an österreichischer Technologie ist groß. Für dieses Vertrauen sind wir dankbar, dass möchte ich ganz klar zum Ausdruck bringen. Eine Brücke wird von zwei Seiten begangen, dass ist auch in der Wirtschaftentwicklung unserer beiden Staaten so. Nicht nur die Lieferung unserer hochwertigen Produkte steht im Mittelpunkt, sondern auch der gegenseitige Austausch und Transfer von Know how. Der Iran hat eine entwickelte Wirtschaft die in Österreich einen europäischen Partner hat, auf den sie sich verlassen kann.

Unser Vizekanzler und BM für Verkehr, Innovation und Technologie, Hubert Gorbach hat bereits Anweisung gegeben, die österreichisch-iranische Zusammenarbeit v. a. im Technologiebereich noch verstärkter zu intensivieren. In diesem Zusammenhang lassen Sie mich auf die bereits bestehenden und unterfertigten Kooperationsabkommen hinweisen. So wurde beispielsweise schon 1994 ein Eisenbahnkooperationsabkommen abgeschlossen. Auch im Gesundheitsbereich besteht ein solches Abkommen, das anlässlich dieses Besuches gerade verlängert wurde. Diese Kooperationen, diese wirtschaftlichen und ideellen Brücken haben sich bewährt und wir wollen sie gemeinsam weiter ausbauen.

Weiters erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch eine umfassende Kooperationsvereinbarung mit dem "Büro für technologische Zusammenarbeit der iranischen Präsidentschaftskanzlei", die alle relevanten Technologiebereiche umfasst und den dazu notwendigen Know-how Transfer regelt.

Ich möchte hier nochmals die Bereitschaft zu einer offenen, partnerschaftlichen und ehrlichen Kooperation mit unseren iranischen Partnern unterstreichen. Gerade Österreich kann und will auch hier sicherlich einen wesentlichen Beitrag sowohl zur weiteren wirtschaftlichen als auch zur technologischen Entwicklung des Irans leisten.

Ein Beispiel der bereits mit Leben erfüllten Zusammenarbeit ist der Telekombereich. Im Rahmen der bereits erwähnten Technologiekooperation wurde im Dezember 2001 ein Roaming-Abkommen zwischen der mobilkom austria und der "Telecommunication Company of Iran" geschlossen. Eine Kooperation, die kaum Hardware-Lieferungen, aber einen gewaltigen Know-how-Transfer umfasste. Die Auswirkungen dieser Zusammenarbeit sind offensichtlich:

Nach entsprechender Anmeldung besteht die Möglichkeit, mit einem österreichischen Handy hier im Iran zu telefonieren. Das wäre weiter nicht spektakulär, wäre nicht die mobilkom austria der erste und einzige Mobilfunkbetreiber, der die Möglichkeit dieses Services im Iran bekommen hat. Für das entgegengebrachte Vertrauen in eine österreichische Gesellschaft möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Dieser Dank umfasst auch die der mobilkom eingeräumte Möglichkeit, ihr Engagement im Iran zu erweitern.

Nicht unerwähnt möchte ich auch die österreichische Eisenbahnindustrie lassen. Große Unternehmen sind bei der Fertigung von Rollmaterial zu einem umfassenden Know-how-Transfer bereit und binden lokale Unternehmen in ihre Lieferungen ein.

Auch hier bin ich mir sicher, dass die vielbesagte Brücke auch noch mehr Schienen verträgt.

Abschließend möchte ich mich ausdrücklich für den warmherzigen Empfang bedanken. Um der iranisch-österreichischen Kooperation noch mehr Dynamik zu verleihen, schlage ich vor, die bestehenden Kooperationsabkommen verstärkt zu nutzen und alle Möglichkeiten zum Know-how-Transfer auszuschöpfen. Die österreichische Seite ist jedenfalls dazu bereit. Lassen wir unsere historische, unsere freundschaftliche und unsere kulturelle Brücke auch im Technologiebereich verstärkt Einzug halten.

Ich danke beiden Staatsführungen für die Bereitschaft, den Unternehmern beider Länder für ihre vertrauensvolle Arbeit und Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit!" (Schluss) bxf

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für soziale Sicherheit,
Generationen und Konsumentenschutz
Pressesprecher Gerald Grosz
Tel.: 0664-2433709
gerald.grosz@bmsg.gv.at
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