SPÖ-Reiter ad VP-Gerstl: Das letzte Wort über Mischbetrieb U-Bahn-Badnerbahn noch nicht gefallen

Wien (SPW-K) - "Das letzte Wort über einen Mischbetrieb auf der U-Bahnlinie U 6 mit Garnituren der Lokalbahn Wien-Baden ist noch nicht gefallen. Der Wille über eine solche Lösung ist jedenfalls seitens der Stadt weiterhin vorhanden. Tatsache ist allerdings auch, dass es bei dem Projekt große technische Probleme gibt", stellte Sonntag der Verkehrssprecher der Wiener SPÖ, Gemeinderat Günther Reiter, in einer Replik im Pressedienst der SPÖ Wien zur Kritik von ÖVP-Gemeinderat Gerstl fest.

Schwierig seien, so Reiter, vor allem hinsichtlich der Fahrgastanforderungen das schmälere Lichtraumprofil der Badnerbahn-Garnituren als auch ihre auf Zwei-Wagenzüge beschränkte Kürze. Beim Umstieg von oft bis zu 400 Fahrgästen von ÖBB-Zügen im Bahnhof Wien-Meidling in eine Garnitur der U 6 sei eine Zwei-Wagen-Garnitur schlichtweg ein großes Hindernis, setzte Reiter seine Argumentation fort. Da die U-6-Züge in der Morgenverkehrsspitze in einem Abstand von zwei Minuten verkehrten, würde jede Behinderung sich dramatisch auf das gesamte Fahrplangefüge der U 6 mit allen negativen Folgen für die Kunden auswirken. Dies hätten auch bereits erfolgte Praxisversuche ergeben.

Bei einer Einbindung der Badnerbahn in die U-Bahn, auch das sollte man nicht verschweigen, würden sich auch spürbare Verschlechterungen für die direkt in die und aus der City mit den blauweißen Garnituren reisenden Fahrgäste ergeben. Gerade aber die werktags in siebeneinhalb Minuten Intervallen von der Stadt ins Industrie- und Handelsgebiet SCS und Wiener Neudorf verkehrenden Züge seien bei den Fahrgästen sehr beliebt. Nicht zuletzt sei auch die Frage, ob die notwendigen sehr hohen Investitionen für eine Einbindung der Badnerbahn in die U 6 die durchgehende relativ geringe Inanspruchnahme von Fahrgästen aus dem Südraum Wiens nach Floridsdorf bzw. Klosterneuburg rechtfertigen würde, zu klären. In diesem Zusammenhang wies Reiter auf die nun seit Fahrplanwechsel im Dezember des Vorjahres zwischen Wiener Neustadt, Mödling und Liesing auf der einen und Retz bzw. Breclav auf der anderen Seite durchgehenden beschleunigten ÖBB-Regionalzüge hin, die allesamt u.a. in den Verkehrsknotenpunkten Wien Mitte, Wien Nord (Praterstern) und Floridsdorf halten würden. Für die Fahrgäste der Badnerbahn bestehe eine kurze Umsteigeverbindung in die U 6 und in die ÖBB am Schedifkaplatz (U-Bahn-Station Philadelphiabrücke).

Alles das seien Fakten, die im Rahmen einer sachlichen Prüfung nicht ganz einfach unter den Tisch fallen dürften. Die sicherlich vorhandenen Vorteile wie ebenso die Probleme einer Einbindung sollten eingehend abgewogen werden, meinte Reiter weiter. Rundumschläge von VP-Gerstl gegen die Stadtregierung im Sinne einer gewünschten "Brecheisen-Entscheidung" seien jedenfalls der Sache nicht dienlich, schließlich gehe es um eine große Summe Investitionen aus Steuergeldern, schloss Reiter. (Schluss)

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