"trend": Trainer-Vertrag für Schüssels Tochter Nina

Kanzler-Tochter Nina Schüssel bekam den Zuschlag für einen gut bezahlten Trainer-Vertrag im Bundeskanzleramt

Wien (OTS) - In seiner Dienstag erscheinenden Ausgabe berichtet
das Wirtschaftsmagazin "trend", dass die Tochter des Bundeskanzlers, Nina Schüssel, im Frühjahr 2003 im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für einen gut dotierten Trainer-Vertrag des Bundeskanzleramts erhalten hat. Nina Schüssel war bei dieser Bewerbung, bei der es um das "High Potentials Programm" zur Ausbildung von Nachwuchsführungskräften des Bundes ging, Mitglied eines vierköpfigen Beraterteams.
Frau Schüssel bestätigte "trend" gegenüber, dass dieser Trainervertrag mit Tagsätzen von etwas über 1100 Euro dotiert sei:
"Aber das sind vielleicht fünf Trainingstage pro Jahr. Davon lebe ich ja nicht." Immerhin arbeite sie insgesamt rund 50 Tage pro Jahr als Trainerin - etwa für das Hernstein-Institut, das WIFI oder die Beratergruppe Conecta.
Das Team um Alfred Faustenhammer, dem Schüssel angehört, gestaltete seit 2001 bereits zwei Lehrgänge für Nachwuchsführungskräfte an der Verwaltungsakademie des Bundes. Als die Akademie Ende 2002 dem Bundeskanzleramt eingegliedert wurde, mussten die Kurse jedoch öffentlich ausgeschrieben werden.
Bei dieser Ausschreibung sind nach Aussage des zuständigen Beamten vier von sechs Bewerbungen in die nähere Auswahl gekommen, wobei Faustenhammer "trend" gegenüber bestätigt, dass sein und Schüssels Team "angeblich nicht erstgereiht war. Aber dann haben wir bei der mündlichen Präsentation noch einen Vorschlag eingebracht, wie die TeilnehmerInnen für diesen Lehrgang ausgewählt werden könnten, und der hat dem Sektionschef sehr gefallen." Nach Aussage von Sektionschef Emmerich Bachmayer wurde seitens des Ministeriums auch noch der Betriebswirt Thomas Böckle nachträglich ins Team hineinreklamiert, "denn die Gruppe Faustenhammer hat sich doch eher auf der Seite der Soft skills bewegt."
Dieser Hergang wird von Nina Schüssel bestätigt: "Genau, das stimmt. Und dann ist das Ganze zwischen uns und Trigon (einer weiteren Bietergruppe, Anm.) geteilt worden." Sie betont aber - ebenso wie Bachmayer und die Pressesprecherin des Bundeskanzlers -, dass der Kanzler von dieser Bewerbung seiner Tochter erst im Nachhinein erfahren habe.
Mit Protektion habe diese Angelegenheit jedenfalls nichts zu tun gehabt, betont Frau Schüssel: "Das einzige Problem, das auftreten könnte, ist, dass ich für jemanden nicht die richtige Trainerin bin. Aber ich spreche die Verwandtschaft gegenüber den Teilnehmern immer an und garantiere ihnen absolute Verschwiegenheit."

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