Niederwieser skizziert "Grundschule der Zukunft"

Ein gelungener Schulstart ist der halbe Schulerfolg

Wien (SK) Seine Anforderungen an eine "moderne Grundschule
der Zukunft" skizzierte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Freitag auf Einladung von Landesrätin Christa Kranzl bei der Enquete "Zukunft Schule - Zukunft Kind. Die Bedeutung der Pflichtschule als Baustein der Gesellschaft". Eine moderne Grundschule müsse integrativ geführt werden, ganztägig angeboten oder zumindest durch ganztägige Betreuungsangebote ergänzt werden, und soziales Lernen müsse ein wichtiges Ziel sein. Niederwieser regte auch an, dass nicht jede kleine Grundschule einen Direktor bzw. eine Direktorin brauche, sondern mehrere Schulen unter einer Leitung zusammengefasst werden könnten. Der SPÖ-Bildungssprecher erteilte außerdem noch einmal allen Versuchen von konservativer Seite, schon möglichst frühzeitig eine Selektion in den Schulen durchzuführen, eine klare Absage. "Die Grundschule könnte auch auf die Zeugnisse der vierten Schulstufe verzichten, würden die Kinder nicht mit dem zehnten Lebensjahr in Hauptschüler, Gymnasiasten und Sonderschüler getrennt." ****

Als "Baustein der Gesellschaft" komme der Grundschule eine wichtige Bedeutung zu. Ziel sei es, die individuellen Fähigkeiten der Kinder bestmöglich zu entwickeln, wobei unterschiedliche, durch das Elternhaus vorgegebene Lernvoraussetzungen auszugleichen seien und die Lernfreude gefördert werden müsse. Die Gesellschaft müsse ein Interesse an einem hohen Bildungsniveau, an der Ausschöpfung aller Bildungsreserven und einer Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern haben, erläuterte der SPÖ-Bildungssprecher.

Aus diesen Anforderungen, so Niederwieser, würden sich bestimmte Gestaltungsaufgaben der Grundschule ergeben. So müsse diese integrativ geführt werden, Methoden und Didaktik seien an der Heterogenität der Klasse ausgerichtet. Die Grundschule müsse ganztägig angeboten werden, "oder jedenfalls muss sie durch ganztägige Betreuungsangebote ergänzt werden". Die Grundschule sei auch in das örtliche Geschehen eingebettet und Eltern und Verwandte sollten mitarbeiten und -gestalten dürfen.

Niederwieser betonte, dass die Grundschule ohne Noten und Sitzenbleiben auskomme. Tests seien ein Feedback für die Lehrer und Instrumente der Qualitätssicherung, nicht der Aussonderung. "Würden unsere Kinder nicht mit dem 10. Lebensjahr in Hauptschüler, Gymnasiasten und Sonderschüler getrennt, könnten wir auch auf die Zeugnisse der vierten Schulstufe als Zuteilungsinstrument künftiger Lern- und Lebenschancen verzichten", so der SPÖ-Bildungssprecher.

"Soziales Lernen, erste Verantwortung übernehmen, sich durchsetzen oder nachgeben, zum Frieden erziehen sind explizite Lernziele neben den unverzichtbaren Zieles des Lesens, Schreibens, Redens und Rechnens", sagte der SPÖ-Bildungssprecher, der auch darauf hinwies, dass Kinder nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause, auf der Straße, vor dem Computer und an vielen anderen Orten lernen würden; diese "Lernorte" müssten darum in den Unterricht hereingeholt werden. "Man kann nur fürs Leben lernen, wenn man 'das Leben' auch hereinholt."

Niederwieser geht davon aus, dass die Grundschule der Zukunft anders aussieht als heute. "Wir brauchen nicht nur Klassenräume, sondern auch eine Küche, eine Werkstatt, einen Hasenstall, einen Kräutergarten, einen Ruheraum, einen Raum zum Austoben und vieles mehr." Und schließlich brauche nicht jede kleine Grundschule einen Direktor bzw. eine Direktorin, es könnten auch mehrere Schulen unter einer Leitung zusammengefasst werden. Die pädagogische Verantwortung hätten in erster Linie die Lehrer. Das Erreichen vorgegebener Leistungsstandards am Ende der Grundschule überprüfe die Schulbehörde, das Schulleben selbst könne auch gemeinschaftlich und demokratisch organisiert werden, so Niederwieser, der abschließend formulierte: "Ein gelungener Schulstart ist der halbe Schulerfolg." (Schluss) cs

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