Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 23.Jän 04 1,275 2,07 % 4,11 % 1727,9 4157,0 10623,2 16.Jän 04 1,249 2,08 % 4,13 % 1700,7 4104,8 10553,9 Veränderung -2,03 % -0,01%Pkt -0,02%Pkt 1,60 % 1,27 % 0,66 %

Die Erholung der US-Wirtschaft hat sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Der Index der Frühindikatoren ist im Dezember erneut leicht gestiegen (+0,2%) und deutet auf ein anhaltendes Wachstum in den kommenden Monaten. Die Industrieproduktion ist im Dezember allerdings weniger stark gestiegen als erwartet und die Kapazitätsauslastung blieb gegenüber dem Vormonat unverändert niedrig bei 75,8 Prozent. Wie die Daten zur europäischen Industrieproduktion zeigen (November 2003: +0,1 Prozent zum Vormonat, 1,2 Prozent YoY), fehlt es dem Aufschwung in der Eurozone noch an Nachhaltigkeit.

Am 28. Jänner findet die nächste Fed Sitzung statt. Der schlechte Arbeitsmarktbericht bekräftigt unsere Prognose, daß die Fed den Leitzins noch für einige Zeit bei 1,0% unverändert niedrig halten wird. Dementsprechend niedrig werden auch die Liborsätze bleiben. In der Eurozone werden die Zinssenkungsspekulationen infolge des starken Euros anhalten und die Euriborsätze auf aktuellem Niveau halten. Die EZB hat in ihrem jüngsten Monatsbericht allerdings keine Hinweise auf eine mögliche weiter Leitzinssenkung gegeben.

Die Anleiherenditen sind sowohl in den USA als auch in der Eurozone im Wochenverlauf im gesamten Laufzeitbereich leicht gefallen. Inflation ist derzeit in beiden Wirtschaftszonen keine Gefahr - die Inflationsentwicklung ist rückläufig und drückt auf die Renditen. In den USA rentieren 10-jährige T-Bonds wieder unter vier Prozent!. Die Aussicht auf stabil niedrige Geldmarktzinsen und Zinssenkungsspekulationen in der Eurozone unterstützen auch weiterhin niedrige Renditen. Zu einer kurzfristigen Korrektur könnten die US BIP-Daten für das Schlußquartal 2003 (am 30. Jänner) führen. Diese dürften sehr positiv ausfallen (wir erwarten eine annualisierte Wachstumsrate von leicht über 4 Prozent) und somit den Anleihemarkt etwas unter Druck bringen. In der Eurozone stehen nächste Woche außer Stimmungsindikatoren keine marktbewegenden Daten zur Veröffentlichung an. Der europäische Rentenmarkt wird sich somit hauptsächlich an den USA orientieren.

Für die Aktienmärkte verlief die vergangene Woche gut. Die meisten Indizes setzten ihren Aufwärtstrend fort. Der ATX stieg zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch von 1733,16. Die Schätzungen für die kommende Woche anstehenden Unternehmensergebnisse sind durchwegs positiv, so daß auch weiterhin mit freundlichen Aktienmärkten gerechnet werden kann. In Österreich werden am 27. Jänner AT&S die Quartalsergebnisse für Q3 und S&T die vorläufigen Zahlen für 2003 veröffentlichen. In Deutschland sollte der Ifo-Index (27. Jänner) den aktuell optimistischen Konjunkturausblick bestätigen und den DAX unterstützen.

Die Devisenmärkte haben eine turbulente Woche hinter sich. Der Euro hat nach einer kurzen Erholungsphase wieder Fahrt aufgenommen und kostet wieder über 1,27 US-Dollar. Am Aufwertungsdruck des Euro hat sich nichts geändert, weshalb wir davon ausgehen, daß der Euro kommende Woche noch stärker wird. Die EZB hat sich in ihrem jüngsten Monatsbericht zwar besorgt über starke Wechselkursschwankungen geäußert, aber nicht zu erkennen gegeben, die Leitzinsen senken zu wollen um so der starken Euroaufwertung entgegenzutreten. Die wahrscheinlich sehr positiven US BIP-Daten für das vierte Quartal 2003 (nächsten Freitag) könnten allerdings eine kurzfristige Korrektur der Euro-Aufwertung einleiten. Der japanische Yen dürfte zum Euro noch etwas schwächer werden, ebenso der Schweizer Franken.

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