Bayr berichtet vom 4.Weltsozialforum in Mumbai

Bayr fordert mehr Demokratiestärkung in der Entwicklungszusammenarbeit

Wien (SK) "Es sind noch viele Arbeitstage notwendig, um eine neue Welt zu schaffen. In Mumbai ist man diesem Ziel einen weiteren Schritt näher gekommen", betonte die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag - nur einen Tag nach ihrer Rückkehr vom 4.Weltsozialforum (WSF) in Mumbai. Bayr bezog sich mit dieser Aussage auf einen Sprecher beim WSF, der gemeint hatte, der Tag nach dem WSF könne kein Feiertag, sondern müsse ein Arbeitstag sein. "Das Weltsozialforum hat eine ganz tolle Möglichkeit geboten sich auszutauschen und gemeinsam nach Strategien zu suchen, um eine neue Welt zu schaffen", verlieh Bayr ihrer Begeisterung über die völkerverbindende Dynamik des WSF deutlichen Ausdruck. Neben den überwiegend positiven Eindrücken machte Bayr auch auf einige kritische Dinge, wie auf die Antisemitismen aufmerksam, die "relativ oft und unverhohlen" am WSF produziert wurden. Betreffend der Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit in Österreich fühlte sich Bayr bei ihren bisherigen Forderungen durch das WSF bestärkt: "Statt auf Wirtschaftsförderung muss man den Fokus mehr auf die Stärkung der Demokratie legen."****

Konkret ging Bayr bei ihrem Bericht vom WSF besonders auf das Verhältnis von politischen, zumeist linken Parteien und neuen sozialen Bewegungen ein. "Gemeinsam haben sie einen umfassenden Anspruch", so Bayr. "Sie wollen eine demokratische, faire und verantwortungsvolle Regierung, die nachhaltig handelt, die Frieden und Gerechtigkeit einen hohen Stellenwert einräumt und dabei nie die internationale Dimension vergisst." "Besonders beeindruckt" war Bayr am WSF von den Dalits, der Kaste der "Unberührbaren", die sehr gut organisiert und ihre Interessen unüberhörbar eingebracht haben. Etwas befremdend und widersprüchlich fand Bayr in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Putztrupps beim WSF dann erst wieder rein von Dalits besetzt worden seien.

Besonderes Augenmerk richtete Bayr auch auf den Themenkreis "Kriege gegen Frauen, Frauen gegen Kriege". Anknüpfend an die indische Schriftstellerin Arundhati Roy wandte sich Bayr mit Entschiedenheit gegen die vermeintlichen frauenfreundlichen Motive, die George W. Bush und Tony Blair mit ihren Kriegen verfolgen: "Diese falschen Rechtfertigungen für Krieg dürfen Feministinnen nicht dulden. Sobald es Krieg gibt, richtet er sich immer gegen Frauen, sie werden seine ersten Opfer. Vergewaltigungen werden systematisch als Kriegsmittel eingesetzt." Bayr unterstützte die Forderung, die Regierungen weltweit dazu zu drängen, auf die Anliegen der Frauen zu achten, wies aber darauf hin, dass Frauen sich auch selbst organisieren müssen, um ihren eigenen Kampf gegen Ungleichheit, Gewalt und Armut zu führen. Als äußerst positiv am WSF empfand Bayr die Tatsache, dass viele Männer bei "Frauenthemen" präsent waren. Weniger gut sei hingegen, dass die Frauen auf den Podien generell unterrepräsentiert gewesen seien. (Schluss) lm

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