Kärntner Lehrlings-Studie soll Aufschluss über Schuldenfallen geben

Klagenfurt(AK) - "Wo bleibt mein Geld?" - Unter diesem Motto haben Arbeiterkammer und Landesrätin Dr. Gabriele Schaunig-Kandut eine Umfrage unter 8.700 Kärntner Lehrlingen gestartet. Ziel ist es, zu erheben, wofür Lehrlinge ihr Geld ausgeben und ob sie mit den monatlich zur Verfügung stehenden Mitteln auskommen. Die Angaben der Jugendlichen sollen Aufschluss darüber geben, wie die Beratung zur Schulden-Vorbeugung verbessert und ausgebaut werden kann.
Einem IMAS-Report vom August 2003 zufolge geben 23 Prozent der 16-bis 29-Jährigen an, "keine gute Hand fürs Geld" zu haben. Bei 21 Prozent ist das Gehaltskonto häufig überzogen. 44 Prozent halten das Schuldenmachen für "Etwas ganz Alltägliches".
Laut dem aktuellen Bericht zur Lage der Jugend (2003) hat ein Drittel aller jungen Frauen ab 20 Jahren Schulden oder einen Kredit. Nur 16 Prozent der Mädchen und jungen Frauen mit eigenem Einkommen bleibt am Ende des Monats genügend Geld übrig. Auch 19 Prozent der Burschen und jungen Männer haben bereits einen Kredit. Weitere acht Prozent geben an, Schulden zu haben. Verschuldung tritt mit zunehmenden Alter verstärkt auf. Von den 14- bis 19-Jährigen haben erst drei Prozent Schulden und ein Prozent einen Kredit.
Geld zu sparen, anstatt sofort einem Kaufimpuls zu folgen, ist bei Jugendlichen stark vom Schultyp und Ausbildungsweg sowie vom Alter abhängig. "Wenn ich Geld habe, dann muss ich es ausgeben". Dieser Frage stimmen laut Jugendbericht Lehrlinge zu 38 Prozent sehr oder eher zu und 44 Prozent der BesucherInnen von Schulen ohne Matura. Die Werbung zielt immer stärker auf junge Konsumenten, weckt Wünsche und Bedürfnisse und ist dabei erfolgreich. "Mit verlockenden Angeboten werden Jugendliche oft zum Kauf von Waren verleitet, die weit über ihren finanziellen Möglichkeiten liegen. Das wissen wir aus der Praxis der Schuldnerberatung", berichtet Schaunig-Kandut.
Daher sei man gemeinsam mit der Arbeiterkammer bestrebt, den Bereich der Schulden-Prophylaxe bei Jugendlichen zu forcieren und auf Gefahren und Schattenseiten der Konsumindustrie aufmerksam zu machen. "Wir möchten die Lehrlinge und Jugendlichen noch stärker auf klassische "Schuldenfallen" hinweisen, mit diesem Thema in öffentlicher Diskussion bleiben und Sensibilität und Verständnis fördern", erläutert Schaunig-Kandut die Zielsetzung der Fragebogenaktion "Wo bleibt mein Geld?".
"Leider erfahren viele Jugendliche kaum Erziehung im Umgang mit Geld - weder in der Schule noch in der Familie. Daher mangelt es jungen Konsumenten oft an Preisbewusstsein und kritischer Haltung gegenüber Werbung", betont die AK-Konsumentenschützerin Dr. Josefine Traunik.
Traunik: "Das Aufschieben von Wünschen gibt es zunehmend nicht mehr. Bankomatkarte und die Möglichkeit der Kontoüberziehung erleichtern den Jungen den Zugang zum Geld". Daher müsse der richtige Umgang schon frühzeitig vermittelt werden.
Die Ergebnisse der kärntenweiten Befragung bei Lehrlingen sollen noch genaueren Aufschluss über das Konsumverhalten und die möglichen Ursachen für ein "Leben auf Pump" bei den 14- bis 20-Jährigen geben. Damit wolle man auch eine Grundlage für die Verbesserung der Prävention und Beratung für Jugendliche schaffen, sagt Schaunig-Kandut.
Die Arbeiterkammer Kärnten hat am 19. Jänner unter dem Motto "Wo bleibt mein Geld?" rund 8.700 Briefe an die Kärntner Lehrlinge verschickt. "Bisher sind 850 ausgefüllte Fragebögen an die AK zurückgeschickt worden. Die Auswertung der Angaben erfolgt in der AK. Die Ergebnisse werden Anfang März präsentiert", betont AK-Direktor Dr. Erwein Paska.
Die Mühe der Lehrlinge, den vierseitigen Fragebogen auszufüllen, belohnen Arbeiterkammer und Landesrätin mit einem Gewinnspiel.

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