Schasching: Soziale Auslese in den Schulen muss ein Ende haben

Wien (SK) Der auf Kinder ausgeübte alltägliche Druck müsse abgebaut werden und zur Weiterentwicklung des österreichischen Bildungssystems müssten die entnommenen Ressourcen wieder zurückgegeben werden, lautete der Appell der SPÖ-Abgeordneten und Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde, Beate Schasching. Als wichtigsten Punkt in einem bildungspolitischen Reformpaket nannte Schasching die Frage, "wie die soziale Auslese in den Schulen völlig abgeschafft werden kann." Diese Meinung teilte auch die überwiegende Mehrheit der DiskussionsteilnehmerInnen, die sich zu dem Thema "Schule neu gedacht: Vom Reformkonzept zur konkreten Umsetzung" Donnerstagabend am Podium befanden: Getraud Knoll (Leiterin der Zukunfts- und Kulturwerkstätte), Friedrich Buchberger vom Institut für Vergleichende Erziehungswissenschaften an der PA des Bundes in OÖ, Günter Haider (Vorsitzender der Zukunftskommission und Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Salzburg) und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Schulkompetenzzentrum der Österreichischen Kinderfreunde, deren Bundesvorsitzende Waltraud Witowetz-Müller die Eröffnungsrede hielt. ****

Zur Zeit werde auf LehrerInnen, Eltern und auf SchülerInnen enormer Druck ausgeübt, sagte Schasching zu Beginn der Diskussion. Es müssten jetzt Wege gefunden werden, um die bildungspolitischen Studien, Analysen und Ideen auch umzusetzen und um die Kinder vom alltäglichen Druck zu befreien. Kein einziges Kind dürfe dabei verloren gehen:
"Jedem österreichischen Kind soll die bestmöglichste Hilfestellung für eine optimale Lebenschance geboten werden", zeigte sich Schasching überzeugt.

Die Kinderfreunde plädieren demnach für ein ganztägiges Schulsystem, da sich im Rahmen eines zweigeteilten Schulsystems der Nachmittagsbereich für SchülerInnen als sehr belastend erwiesen habe, so Schasching. Die ganztägige Schule würde eine soziale Selektion vermeiden, Kinder könnten sich sowohl Wissen als auch soziale Kernkompetenzen gemeinsam aneignen und würden zudem "von Menschen mit einer psychologischen Grundausbildung" betreut, nannte Schasching ein paar Vorteile der Ganztagsschule. Als besonderes Anliegen wies Schasching auch auf die Bedeutung der "Bewegungsfreude" hin, die bei Kindern wieder zum Leben erweckt werden müsse. "In meiner Traumschule findet eine ganztägige Arbeit mit Kindern statt, bei welcher Lerneinheiten mit musischen, kreativen und sportlichen Einheiten abwechselt", fasste die Abgeordnete ihr Plädoyer zusammen und wies dezidiert auf den Unterschied zwischen Nachmittagsbetreuung und Ganztagsschule hin.

Kritik übte Schasching an der Verknappung der Mittel und Ressourcen im Bildungssystem und stellte klar, dass eine Weiterentwicklung so nicht stattfinden könne. "Darunter leiden wiederum die Kinder", erinnerte Schasching, die sich gegen Stundenkürzungen und LehrerInneneinsparungen aussprach: "Ich appelliere daran, die Ressourcen wieder zurückzugeben!"

Als beste Schule nannte Schasching die Volksschule, da dort "offene Lernformen" praktiziert und "selbständige Methoden entwickelt" wurden. "Ich habe enorme Hochachtung davor", zeigte sich Schasching begeistert und artikulierte sich in diesem Zusammenhang auch als Befürworterin offener Schulsysteme, wozu etwa die Montessori-Schule zählt. "Aber bei unserem starren Schulsystem ist es sehr schwer, dieses Modell anzuwenden", schränkte Schasching ihre Begeisterung ein.

"Bitte nein" lautete die Antwort von Schasching auf die Frage aus dem Publikum, ob nicht das annehmende Institut entscheiden solle, welche Kinder aufgenommen, beziehungsweise abgewiesen, werden. Abschließend machte die Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde auf die mangelnde Schuldemokratie aufmerksam und sagte, dass diese gefördert werden müsse. (Schluss) gg

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