Schließung der AIDS-Intensiv-Station ist "Akt fossiler Ignoranz"

Ärztekammer fordert Weiterbestehen der Station und Einberufung einer Expertenrunde

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer ist empört über die mögliche Schließung der AIDS-Intensiv-Station im Otto-Wagner-Spital auf der Baumgartner Höhe in Wien aufgrund finanzieller Einsparungsüberlegungen. Ärztekammerpräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner sprach wörtlich von einem "Akt besonderer fossiler Ignoranz", wenn man gerade bei jenen Patienten spare, "die doch wohl unseres größten medizinischen und menschlichen Engagements bedürfen". Der Ärztechef fordert die sofortige Einberufung einer Expertenrunde mit Vertretern der Ärztekammer und der Aidshilfe Wien. Bis dahin dürften keine definitiven Entscheidungen in Richtung Schließung fallen, so Dorner. ****

Gerade Wien verfüge über eine Reihe von gut funktionierenden AIDS-Versorgungseinrichtungen, womit die Bundeshauptstadt im Vergleich zu anderen Millionenstädten Europas und der mit Ballungsräumen verbundenen AIDS-Problematik eine hervorragende Position einnehme, "um die uns viele Städte beneiden. Und dieses funktionierende System will man nun mutwillig aufs Spiel setzen", kritisiert der Ärztekammerpräsident.

Offensichtlich machten Sparwut und Finanzierungsdruck in der österreichischen Gesundheitspolitik vor nichts mehr Halt. Dorner:
"Mehr als 47 Prozent aller AIDS-Patienten Österreichs werden in Wien behandelt. Wir brauchen Stationen, die sich bezüglich medizintherapeutischer und psychologischer Interventionen optimal mit AIDS-Patienten befassen können." Wenn man nun beabsichtige, die einzige AIDS-Intensiv-Station Österreichs aufzulösen, dann sei in Österreich eine soziale Kälte eingetreten, die scheinbar auf nichts mehr Rücksicht nehme.

Die Ärztekammer werde jedenfalls bei der Gemeinde Wien vehement darauf drängen, die geplante Schließung der AIDS-Station wieder rückgängig zu machen, so Dorner abschließend. (hpp)

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