Wien: Geschichte des Eislaufens bis "Holiday on Ice"

Wien (OTS) - In Wien war bereits vor der zweiten Türkenbelagerung, also vor 1683, das Eislaufen bekannt. Allerdings blieb dieses Vergnügen für lange Zeit nur den höheren Schichten vorbehalten. Aus Mangel an "Eislaufplätzen" musste man sich damals mit diversen Teichen, wie dem Belvedereteich, begnügen. Aber noch ehe sich das "Schlittschuhlaufen" in allen Bevölkerungsschichten durchsetzen konnte, kam es auf Grund eines Eislaufverbotes auf Seen und Teichen zu einem fast völligen Stillstand. Der Fischbestand in Seen und Teichen wurde nämlich durch Schlittschuhläufer gefährdet, da diese den Winterschlaf der Fische störten. Neugierige Fische gelangten an die Eisdecke, froren an und verendeten. Der Schriftsteller und Buchhändler Franz Gräffer, selbst begeisterter Eisläufer, wollte 1810 eine Eisbahn eröffnen, doch sein Gesuch wurde von der Polizei-Oberdirektion abgewiesen.

Der erste bedeutende Verein, der heutige "Wiener Eislaufverein" wurde im Jahre 1867 gegründet. Am 16.Jänner 1868 gastierte der berühmte Eistänzer Jackson Haines auf dem Platz des Wiener Eislaufvereins. Erstmals demonstrierte er seine an den Schuhen festgeschraubten Stahlschlittschuhe und tanzte Walzer, Marsch, Mazurka und Quadrille. Dieser Tag wird als sogenannter Geburtstag der späteren Wiener Kunstlaufschule gesehen. Der damalige beste Wiener Eiskunstläufer Dr. Carl v. Korper zeichnete sofort alle Figuren, Drehungen und Sprünge, die Haines präsentiert hatte, auf und veröffentlichte diese in einem Buch, auf dem noch die heute gültigen Wettlaufregeln basieren.

Europa im Eislauffieber

Der Eiskunstlauf nahm damals in Wien einen derart rasanten Aufschwung, dass Jackson Haines im Winter 1872, als er erneut nach Wien kam, im 15jährigen Franz Ballazi einen ernsthaften Konkurrenten vorfand. Nach 1880 begann auch die norwegische Lauftechnik stärkeren Einfluss zu gewinnen. In weiterer Folge kam es zu einer Synthese zwischen der musikalisch-beschwingten Wiener Schule und dem athletischen Stil der Norweger. Der sogenannte "internationale Stil" war geboren und wurde ab 1892 Grundlage für die Wertungen bei Eiskunstlauf-Wettbewerben in aller Welt.

In Chelsea, einem Vorort von London, wurde 1876 die erste Kunsteisbahn errichtet, ganz Europa folgte diesem Vorbild und errichtete daraufhin solche Anlagen. 1906 konstituierte sich der "Verein Kunsteisbahn auf dem Sportplatz Engelmann" und bereits 1909 wurde die erste "Freiluft-Kunsteisbahn" der Welt errichtet. Der "Wiener Eislaufverein" eröffnete 1913 seine neue Kunsteisbahn. Das Eislaufen war nun von schwankenden winterlichen Temperaturen unabhängig.

Auf dem Weg zu "Holiday on Ice"

Olympiasieger Karl Schäfer rief 1940 eine spektakuläre Eisrevue ins Leben und spielte sie auch während des ganzen Krieges. Im Winter 1945/46 begann die eigentliche "Wiener Eisrevue", gemanagt von Adolf Eder, dem damaligen Generalsekretär des Wiener Eislaufvereins. Ab 1952 komponierte Robert Stolz eigene Eisrevue-Melodien. In den 60er Jahren befand sich die "Wiener Eisrevue" auf ihrem Höhepunkt. Auf Grund finanzieller Schwierigkeiten musste die Revue jedoch an amerikanische Unternehmer verkauft werden und wurde bis 1973 unter "Wiener Eisrevue" geführt. Seit 1.1.1974 wird die mittlerweile mit allen technischen und akrobatischen Finessen ausgestattete Eis-Show "Holiday on Ice" mit fulminantem Erfolg jährlich präsentiert.

o "Holiday on Ice" - "Hollywood" 7.1. 2004 bis 25.1.2004 Wiener Stadthalle/ Halle D 15., Vogelweidplatz 14 Tel.: 01/ 79 999 79 http://www.stadthalle.at/

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