LR Erich Schwärzler: Nein zu unbefristeten Kernkraftwerken

Info-Veranstaltung zum Schweizer Kernenergieprogramm

Bregenz (VLK) – "Sicherheit steht über wirtschaftlichem Profit. Deshalb bleibt Vorarlberg bei seiner ablehnenden
Haltung gegenüber der Atomkraft." Das betonte Landesrat
Erich Schwärzler heute, Donnerstag, im Landhaus anlässlich
einer Informationsveranstaltung über den aktuellen Stand
des Schweizer Kernenergieprogrammes. ****

Schwärzler erinnerte an die Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf im November 1978, die in Vorarlberg mit 85
Prozent Nein-Stimmen ein besonders deutliches Ergebnis
brachte. Aus dieser kritischen Haltung heraus hat sich im
Ländle in der Folge ein stark ausgeprägtes Bewusstsein für naturnahe, nachhaltige und ressourcenschonende Wege in der Energiepolitik entwickelt. Landesrat Schwärzler: "Die
Atomenergie ist ein Irrweg. Vorarlberg ist heute
bundesweiter Vorreiter in der Förderung erneuerbarer Energieträger, als Solarland und Biomasseregion."

Vor den Veranstaltungsteilnehmern im Landhaus berichtete
Werner Bühlmann vom eidgenössischen Bundesamt für Energie
über das Verfahren zur Erteilung einer unbefristeten
Bewilligung für das Kernkraftwerk (KKW) Beznau II, über den Entsorgungsnachweis für ein Endlager in der Schweiz und
über das Verfahren zur Genehmigung eines Brennelemente-
Nasslager auf dem Areal des KKW Gösgen-Däniken.

Josef Lercher als Mitverfasser der Stellungnahme der
Republik Österreich und des Landes Vorarlberg gegen eine unbefristete Betriebsbewilligung des KKW Beznau II legte
die Bundes- und Landesposition umfassend dar. Die schweren
und begründeten Bedenken Vorarlbergs gegen das über 30
Jahre alte und nur 90 Kilometer entfernt liegende KKW
Beznau sind sowohl rechtlicher wie sicherheitstechnischer
und politischer Natur. Von einem Nuklearunfall könnte bei Westwetterlage die österreichische Bevölkerung stärker
betroffen sein als ein großer Teil der Schweiz selbst.
Gegen eine unbefristete Bewilligung hat es mehrere Tausend Einsprachen aus der Bevölkerung gegeben, 99 Prozent davon
aus Österreich, teilte Naturschutzbund-Obfrau Hildegard
Breiner mit.

Grund für die Info-Veranstaltung im Landhaus ist ein
bilaterales Abkommen, in dem der Erfahrungsaustausch über Entwicklungen in der Kernenergie festgelegt ist. Landesrat Schwärzler: "Die Atomkraft birgt unabwägbare Risiken.
Deshalb verlangen wir auch künftig regelmäßige
Informationen und Parteistellung im Bewilligungsverfahren."
(gw,nvl)

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