NÖ Tierschutzverbandspräsident zurückgetreten

Professor Gustaf Adolf Neumann als Präsident des Verbandes NÖ Tierschutzvereine ist zurückgetreten

Wien (OTS) - Der Präsident des Verbandes niederösterreichischer Tierschutzvereine mit dem Sitz in Wiener Neustadt erklärte anlässlich einer Aussprache mit der Natur- und Tierschutzbehörde des Landes Niederösterreichs in St. Pölten am heutigen Tage seinen Rücktritt. Die Vereine des Verbandes erklärten der Tierschutzbehörde ihre Unzufriedenheit mit den finanziellen Vergütungen auf Ausgaben für den niederösterreichischen Tierschutz. Professor Gustaf Adolf Neumann veröffentlichte in der heutigen Ausgabe seiner Wochenzeitung "Klosterneuburger Zeitung" auf den Seiten 1 und 6 folgenden Artikel:

Die Parteien vergreifen sich am Leid der Tiere: Tricks anstelle von Taten!

Es wird zugegeben, dass ich dieses Thema hart anfasse, aber es ist mir ein Anliegen, zum Abschied vom niederösterreichischen Vereinstierschutz Klarheit zu hinterlassen. Ich teile nämlich heute den Referenten der nö. Tierschutzpolitik mit, dass ich meine nö. Tierschutzvereine in Hinkunft nur noch medial betreuen werde. Ich habe nämlich keine Zeit zu verschwenden, um mich mit falschen politischen Äußerungen zu befassen. Die Politiker handeln im wesentlichen auch dort anders, wenn es sich beispielsweise um einen Tier-Safari-Park handelt, und alle stehen bei mir im Verdacht, die Tierschützer als freiwillige Helfer einzustufen, ohne das Recht auf Respekt!

In meiner Zeit als gewählter Präsident des Verbandes der nö. Tierschutzvereine hatte ich Fachkontakte mit fünf Regierungsmitgliedern des Amtes der nö. Landesregierung hintereinander, von Frau Votruba angefangen bis zur derzeitigen Landeshauptmannstellvertreterin Onodi. Die Herren dazwischen, nämlich Wagner, Bauer und Schlögl zeigten auch Flaggen, besonders Landesrat Wagner. Alle fünf gehörten der Landesregierung als Sozialdemokraten an.

Stets jedoch war offensichtlich, ja zum Greifen klar, dass der Tierschutz keine andere Beachtlichkeit verdient, als medienpräsent positiv zu sein. Die eigentlichen Alltagsleutln, die Idealisten, die Ungelernten, die hatten sich nicht einmal einen genehmen Sprechtermin verschaffen können.

Die Stellung der Tierschützer verbesserte sich vor Wahlen auf Landes- und Bundesebene. Da wetteiferten die Kandidaten mit Versprechungen, später auch Zusagen.

Ich gestehe, dass ich an solche Zusagen selbst glaubte, trotz gegenteiliger Erfahrungen mit Politikern, weil meine Argumente und Quoten eine Zusage geradezu erzwangen, wie ich meinte. In der Folge wurden die nö. Tierschutzvereine mit rund 20% ihrer Kosten "versorgt", mit der Zusage, dass jeder Niederösterreicher pro Jahr an die 29 Cent über die Gemeinden einzahlen werde. Die Gemeindevertreter der VP und SP stimmten schon deswegen ungern zu, weil die Gemeinden ohnehin von den höheren Körperschaften laufend benachteiligt werden und es kaum noch schaffen für ihre gesetzlich verordneten Aufgaben Finanzmittel aufzutreiben.

Auch die Gemeindemandatare erleben die bösartige Kluft von Wahrheit und Unwahrheit, ohne selbst ein Steueraufkommen erfinden zu dürfen. Die Parteifarben spielen keine Rolle: die Körperschaften trainieren, wie sie andere über den Tisch ziehen können.

Dass sie Meister in der Vermeidung von Bundessteuern sind, ist bekannt, und Prüfungen gibt es darüber nicht. Bei dem "100 -Millionen - Schilling - Clou" zum Abschied des Tierschutzreferenten Landeshauptmannstellvertreter Dr. Bauer waren sich der Rote Bauer und der Schwarze Sobotka einig, dass der Aufwand mehrwertsteuerfrei abgerechnet wird, ohnehin erst in Jahrzehnten; kein Wunder, dass von diesen Tierschutzaufwendungen bis jetzt nicht einmal 20% abgehoben werden konnten, denn die Summe ist ohnehin nur eine Zusage, also nicht vorhanden, und wenn etwas abgehen muss, dann als Leasing - Geld hochverzinst und langsam. Statt eine flächendeckende Ordnung kostenschonend einzuführen, die Freiwilligen auszubilden, den Idealisten Ehrungen zu schenken, werden diese hingehalten, zu keiner Beratung beigezogen, beim Bundestierschutzgesetz vergaßen dessen Verfasser jede Erwähnung der Tierschützer und deren Anwaltschaft, auch die Gemeinden wurden von jedweder Verantwortung entbunden, die nö. Gemeinden konnten aufatmen und die ohnehin noch nicht textierten Gesetzestexte für den nö. Landtag einzusparen.

Diese politischen Kabalen führten dazu, dass ein Tierschutzverfassungsgesetz einheitlich unterbleibt, dass die Arbeit über ein Jahrzehnt am niederösterreichischen Tierschutzfeld verloren ging, und dass heute ungefähr die gleichen Beträge dem Tierschutz zufließen, wie vor dem Beginn meiner Arbeit.

Ich habe meine Privatstiftung geordnet, registriert, intakt, führe die Neumann - Stiftung Tiere - Rechte weiter und hoffe, dass die Menschenrechte dank der Reife der EU - Bürgerschaft damit nicht geschädigt werden.

Ich widme den nö. Politikern in meinem Buch "So war es" ein konkretes Informationsmaterial. Die Arbeit meiner Tiere - Rechte -Stiftung wird die "Sache" Tier zu einer Rechtsstellung machen. Recht kann Recht schützen, Recht muss Recht schützen. Wir alle erwarten, dass die EU dem beseelten Wesen Tier einen Status verschafft.

Den Mitarbeitern in den Tierschutzvereinen empfehle ich, weiter zu arbeiten und sich selbst auch dafür mit Wissen auszustatten, aber ohne ein Herz für Tiere kann es kein Recht für Tiere geben und natürlich auch keinen ausreichenden Schutz.

Zur Safari - Park - Affäre

Auch hier hat die nö. Politik voreilig und nur aus medialen Gründen unglaublichen Erklärungen verbreiten lassen, statt überhaupt endlich die rechtliche Basis für eine derartige Attraktion zur Verfügung zu stellen.

Es ist sicher zu bedenken, dass das Programm des Safariparks einen anderen Stellenwert einnimmt, aber dass der Tierschutz hier exemplarisch einzuhalten ist. Seitens der FP - Landtagsabgeordneten Ram erreicht uns eine interessante Anregung: Ram: LH Pröll soll konkrete Taten setzen

Einen gemeinsamen Antrag zur Rettung des Safariparks Gänserndorf haben die NÖ Freiheitlichen gemeinsam mit den Grünen für die kommende Sitzung des Wirtschafts- und Finanz - Ausschusses vorbereitet.

Beide Parteien appellieren an ÖVP und SPÖ diesen Antrag zu unterstützen. Im Antrag wird die NÖ Landesregierung aufgefordert, zur Rettung des Safariparks rasch die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, um kurzfristig das Leben der Tiere und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern. Die Überbrückungshilfe soll sich auf einen Zeitraum von sechs Monaten beziehen um ein tragfähiges Sanierungskonzept zu ermöglichen. Dazu Fraktionsobmann Mag. Thomas Ram: "Nun liegt es an LH Pröll und an der NÖ Landesregierung den Weiterbestand des Safariparks zu sichern." Ram spricht sich gegen die Pläne des Landeshauptmannes, die Tiere auf verschiedene Zoos aufzuteilen, aus. Ram: "Das Projekt Safaripark Gänserndorf ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und muss unbedingt erhalten werden. Umso mehr, da die EU - Osterweiterung kurz bevorsteht." Ram betont in diesem Zusammenhang auch, das 60 Arbeitsplätze von einer Schließung betroffen wären.

Der freiheitliche Fraktionsobmann appelliert in diesem Zusammenhang an ÖVP und SPÖ, den Antrag von FPÖ und Grüne zu unterstützen, und im Interesse der Tiere und der gesamten Region die Parteibrille abzunehmen und dem überaus vernünftigen Lösungsvorschlag für eine Überbrückungshilfe zuzustimmen.

Letzte Info: Die Landtagsabgeordneten Niederösterreichs sollten Safari - Tiere - Patenschaften auf ein halbes Jahr auf sich nehmen, heißt es.

Rückfragen & Kontakt:

Privatstiftung G.A.Neumann "Tiererechte"
Prof. G.A.Neumann
Tel.: 02243/3565630
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