Dialyse-Stationen für geriatrische Patienten

Wien (OTS) - Das "Haus der Barmherzigkeit" fordert eigene Dialyse-Stationen für geriatrische Patienten. Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger schlägt die Einbindung in geriatrische Pflegekrankenhäuser vor. Diese verfügen über die geeignete Infrastrukur als auch über geriatrisch geschultes Personal. In der Altersgruppe der über 75jährigen wird die Zahl der Dialyse-Patienten in den nächsten Jahren am stärksten zunehmen.

Nach der Dialyse-Enquete in Wien weist nun auch das geriatrische Pflegekrankenhaus "Haus der Barmherzigkeit" auf den steigenden Bedarf an Dialyse-Plätzen insbesondere für ältere Patienten hin. Ärztlicher Direktor Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger bezieht sich auf Angaben der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie. Laut dieser hat sich die Zahl von über 75jährigen Patienten mit Nierenersatztherapie in Österreich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Gisinger: "Gab es 1993 rund 250 Patienten, waren es 2003 bereits mehr als 600 Patienten über 75 Jahren, die Dialyse bzw. Nierenwäsche brauchen. Somit handelt es sich um die Altersgruppe mit der größten Zunahme an Patienten. Für die nächsten Jahre ist eine zumindest ebenso starke Steigerung zu erwarten." Gisinger fordert daher wie Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck dezentrale Dialyse-Einrichtungen außerhalb von großen Akutspitälern. Hier bietet es sich an, Dialyse-Plätze in Kooperation mit geriatrischen Einrichtungen zu schaffen. Ziel sei, die Patienten so lange wie möglich zu Hause zu betreuen. Gerade dann brauchen sie für die ambulanten Dialyse Rahmenbedingungen, die auf besondere Bedürfnisse geriatrischer Patienten Rücksicht nehmen. Diese Infrastruktur ist in geriatrischen Krankenhäusern wie dem Haus der Barmherzigkeit gegeben, ist sich der Ärztliche Direktor sicher. Außerdem seien die Mitarbeiter im Pflege- und ärztlichen Dienst auf den Umgang mit geriatrischen Patienten geschult. "Ein hochbetagter, 80jähriger Dialyse-Patient hat nun einmal andere Bedürfnisse als ein 50jähriger, sowohl was die Behandlung als auch die Betreuung betrifft. Das wäre ein Schritt mehr zu dem vielzitierten "Altern in 'Würde'", so Gisinger. Der Geriatrie-Experte nennt auch die häufigste Ursache für die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie in der Altersgruppe der über 75jährigen. Die Nierenerkrankungen sind die Folge von Diabetes mellitus, Bluthochdruckerkrankungen und Atherosklerose. Daher weisen die geriatrischen Dialyse-Patienten sehr komplexe Krankheitskonstellationen auf. Dies erklärt auch die Tatsache, dass die Überlebensrate von solchen Patienten besonders verkürzt ist.

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