AK-Test Wohnkredite: Banken beraten ihre Kunden unzureichend (1)

Freiwilliger EU-Verhaltenskodex für Wohnkredite soll für bessere Informationen sorgen - Banken ignorieren meist Kodex, obwohl sie sich dazu verpflichtet haben

Wien (AK) - Österreichs Banken beraten die Kunden bei der Aufnahme eines Wohnkredits unzureichend, resümiert AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. Ein AK-Test beim bei 30 Banken zeigt: Sie halten sich kaum an den freiwilligen EU-Verhaltenskodex, der für bessere Kundeninformation bei Wohnkrediten sorgen soll. Und das, obwohl sich alle untersuchten Banken dazu verpflichtet haben. Der Kodex verlangt, dass Kunden im Erstgespräch eine Info-Broschüre, ein Musteroffert mit allen Kosten sowie den Text des Kodex erhalten, um Angebote leichter vergleichen zu können - knapp die Hälfte der 30 untersuchten Banken tun das überhaupt nicht.

Ein Wohnungskauf kostet viel Geld. Die Zinsen für einen Hypothekarkredit sind zwar derzeit niedrig, aber zusätzlich fallen hohe Nebenkosten für Bankspesen, Grundbuchgebühren und Steuer im Schnitt von 10 bis 15 Prozent an. Deshalb ist es wichtig, dass der Kunde alle Spesen, wie Bearbeitungs-, Kontoführungs-, Grundbuchsgebühren etc., vor Vertragsabschluss klar auf der Hand hat.

500 Banken in Österreich und 3.600 Banken in der EU haben sich zum freiwilligen EU-Verhaltenskodex verpflichtet. Demnach müssen sie den Bankkunden in einem Erstgespräch eine Info-Broschüre, ein Musteroffert und den Textinhalt des Kodex aushändigen. Eine verbesserte Kosten- und Spesentransparenz bringt das Musteroffert, das sogenannte Europäische Standardisierte Merkblatt. Konsumenten erhalten damit einheitliche Infos zu Wohnkreditverträgen. Außerdem können die Kunden die Offerte besser vergleichen. Dieses Merkblatt listet nicht nur die genaue Kredit- und Ratenhöhe, Laufzeit und den Nominalzinssatz auf, sondern auch einmalig bei Vertragsabschluss anfallende und während der Laufzeit verrechnete Spesen sowie die Konditionen einer vorzeitigen Tilgung.

Ein AK-Test der Arbeiterkammern Wien und Vorarlberg im Frühjahr 2003 bei 30 Bankfilialen, die sich dem Kodex verpflichtet haben, zeigt: Nur rund ein Drittel der besuchten Bankfilialen händigten den Testkäufern eine Broschüre mit allgemeinen Informationen über Wohnkredite aus. Nur jede vierte gab den AK-Testern ein Musteroffert, das den Vorgaben des EU-Verhaltenskodex entspricht. Nur 3 Prozent der Banken hatten den Text des Kodex aufliegen.

(Forts.)

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