"Frau und Selbstständigkeit" - EINLADUNG

Studie des Wirtschaftsverbandes Wien zur Situation von Frauen als Unternehmerinnen

Wien (OTS) - Der Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien, GR Fritz Strobl, stellte heute in einem Pressegespräch eine aktuelle Studie, erstellt vom Institute for Social Research and Analysis (SORA), vor. Im Détail befasste sich die Studie mit der Lage von Frauen in Selbstständigkeit, die kleine oder mittlere Betriebe - bis 50 Mitarbeiter - leiten.

Entlastung für Unternehmerinnen dringend notwendig

Zwei Drittel dieser Wiener Unternehmerinnen - insgesamt 20.000 -haben Kinder, 67 Prozent betreuen diese tagsüber oft selbst. Dem gegenüber steht nur ein knappes Drittel der Partner oder Ehemänner untertags oft für die Kinderbetreuung zur Verfügung, weitere 32 Prozent kümmern sich untertags nie um ihre Kinder. Die resultierende Doppelbelastung der selbstständigen Frauen führt zu einem starken Leistungsdruck und viel höheren Anforderungen an die Organisation von Kindern/Familie und selbstständiger Tätigkeit -- häufig wird darin eine Benachteiligung gegenüber selbstständigen Männern gesehen.

Kindergärten für UnternehmerInnen

Eine bessere Infrastruktur und Absetzbarkeit von Kinderbetreuung ist demnach eine der wichtigsten Forderungen der Unternehmerinnen an die Wirtschaftskammer Wien. Als Sofortmaßnahme zur Verbesserung der Situation von Unternehmerinnen schlägt Präsident Fritz Strobl die Errichtung von speziellen Kindergärten für Selbstständige, ausgerichtet auf deren Bedürfnisse und Arbeitsbedingungen, vor: "Die Unternehmerinnen können sich zusammenschließen, um einen Betreiber zu beauftragen und dann auch wie alle anderen privaten Kinderbetreuungseinrichtungen die entsprechenden Förderungen zu erhalten" Und der Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien fordert dabei: "Eine führende Aufgabe sollte hier die Wirtschaftskammer Wien übernehmen."

Ausbildung ausschlaggebend

Die Studie zeigt weiters, dass die Berufsausbildung bei der Neugründung von Unternehmen relevant ist. Je höher die Ausbildung, desto leichter ist der Weg in die Selbständigkeit: Frauen mit Pflichtschulabschluss neigen dementsprechend eher zur Übernahme eines Unternehmens (52 Prozent), denn zur Neugründung (48 Prozent), während von letzteren Frauen mit Universitätsabschluss zu 69 Prozent die Neugründung als Start in die Selbstständigkeit wählen.

Worst case Pflegefall

Wird ein/e Verwandte/r oder Partner zum Pflegefall, kann das den weiblich geführten Betrieb ernsthaft gefährden. Elf Prozent der befragten Unternehmerinnen sind durch die Pflegearbeit für eine/n nahe/n Angehörige/n sehr bzw. ziemlich belastet, besonders trifft dies Frauen im Handel. Dementsprechend sehen 85 Prozent der befragten Unternehmerinnen es als sehr wichtig oder wichtig an, eine Art Betriebshilfe bzw. finanzielle Unterstützung für Selbständige, um auch UnternehmerInnen die Pflege von schwerkranken Angehörigen zu erleichtern, einzuführen. Strobl fordert hier die Freistellung von Mitteln für eine Pflegekarenz aus Geldern des Existenzsicherungsfonds der Wiener Wirtschaftskammer. Der Wirtschaftsverband Wien wird dem entsprechende Anträge an die Wirtschaftskammer richten. "Wir hoffen, dass alle Fraktionen zustimmen, wenn es um die Existenz von betroffenen Unternehmen geht", so Strobl.

EINLADUNG

Heute, am 22.01.2004 um 19 Uhr, findet im EGA, 1060 Wien, Windmühlgasse 26, u.a. zu dieser Studie eine Informationsveranstaltung des Wirtschaftsverbandes Wien statt. Vizebürgermeisterin Grete Laska wird gemeinsam mit Präsident Strobl die Studie interpretieren.

Angesprochen werden dabei auch Hilfe bei der Erstellung von Unternehmenskonzepten und Strategien, sowie Information und Beratung über eventuelle Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.
Dieses Leistungsangebot soll vor allem Frauen ansprechen, die Beratung, Unterstützung und Information über eine erstmalige Unternehmensgründung in Wien benötigen, bzw. auch Unternehmerinnen, die schon länger als drei Jahre ein Unternehmen führen und ihr Wissen an Gründerinnen weitergeben wollen. Gleichzeitig wird eine multimediale Präsentation der Ausstellung "Women at Work" von Alisa Douer vorgestellt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

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