Brosz: Österreich tut beschämend wenig für Frühförderung benachteiligter Kinder

Zwangsverpflichtung für MigrantInnen-Kinder ist keine Lösung

Wien (OTS) "Die Frühförderung von benachteiligten Kindern ist eine zentrale Aufgabe der Bildungspolitik. In Österreich wird dafür beschämend wenig getan. Davon sind aber nicht nur Kinder von ZuwandererInnen betroffen, sondern beispielsweise auch legasthenisch veranlagte Kinder," so der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, in Reaktion auf den gestrigen Vorschlag von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer. Dieser hat gestern einen einen verpflichtenden Besuch des Kindergartens für ZuwandererInnenkinder vorgeschlagen.

"Es gibt überhaupt keinen Anlass, die Situation in Wien schön zu reden, wie das Gusenbauer tat, auch wenn es in anderen Bundesländern noch schlechter ausschaut. Viele Kinder von MigrantInnen bekommen mit der Begründung, die Mutter sei ohnehin nicht berufstätig, keine Kindergärtenplätze. Oft können Frauen aber deshalb nicht arbeiten, weil sie durch die rechtlichen Rahmenbedingugen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Die soziale Staffelung ist völlig unzureichend. Bereits ab einem Familieneinkommen von 1.045 Euro müssen in Wien rasch ansteigende Beiträge bezahlt werden. In Wiener Kindergärten gibt es auch keine muttersprachlichen Zusatzkräfte, obwohl sie für die Entwicklung der Deutschkenntnisse sehr wichtig wären," so Brosz weiter.

"Wenn angesichts internationaler Entwicklungen über eine Ausweitung der vorschulischen Bildungsaufgaben des Kindergartens nachgedacht wird, dann muss das für alle Kinder und nicht nur für MigrantInnen gelten. Skandinavische Modelle, bei denen für alle Kindern vor dem Schuleintritt ein Teil der Kindergartenzeit als verpflichtende und kostenlose Kernzeit definiert wird, können auch für Österreich angedacht werden. Eine solche Maßnahme kann aber mit Sicherheit nicht über das Knie gebrochen werden und bedarf weit reichender Veränderungen," so Brosz abschließend.

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