ÖAMTC: Selbstdisziplin statt Bleifuß auf dem Gaspedal

Jeder dritte tödliche Verkehrsunfall 2003 passierte wegen nicht angepasster Geschwindigkeit

Wien (ÖAMTC-Presse) - Jeder dritte tödliche Verkehrsunfall in Österreich passierte im Jahr 2003 aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit. "Diese Tatsache muss den notorischen Schnellfahrern doch endgültig die Augen öffnen", sagt ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte Roman Michalek. Für ein paar Sekunden Zeitgewinn lohnt es sich einfach nicht, sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Lebensgefahr zu bringen.

Nicht angepasste Geschwindigkeit war im Vorjahr - laut Innenministerium - die vermutliche Hauptunfallursache für 35,7 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in Österreich und rangierte wie in den Jahren davor an erster Stelle der Verkehrsunfallstatistik. Dazu zählen nicht nur Unfälle, bei denen die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde, sondern auch jene Unfälle, bei denen die äußeren Verhältnisse (z.B. Sicht, Fahrbahn, Verkehrslage) geringere Fahrgeschwindigkeiten erforderlich gemacht hätten.

Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit hat verschiedene Gründe, weiß der ÖAMTC-Experte aus der Praxis:

* Rücksichtslose Schnellfahrer glauben schlichtweg, sie seien alleine auf der Straße oder suchen aus purer Risikofreude den Nervenkitzel.

* Jüngeren Lenkern, denen es zudem noch an Routine mangelt, geht es oftmals darum, Regeln zu durchbrechen. Dabei neigen sie zu Selbstüberschätzung.

* Viele Autofahrer können ihre eigene Geschwindigkeit nicht einschätzen. Vor allem höhere Geschwindigkeiten ab zirka 70 km/h werden unterschätzt.

* Moderne, komfortable Autos bieten oft trügerische Sicherheit. Je weniger Geräusche im Innenraum des Wagens und je besser die Stoßdämpfer, desto schlechter nimmt der Lenker das Tempo wahr.

"Vor allem bei niedrigen Tempolimits gibt es einen hohen Anteil an Überschreitungen", weiß ÖAMTC-Experte Michalek. "Dabei sind gerade im Ortsgebiet niedrige Geschwindigkeiten zum Schutz von Kindern und Fußgängern besonders wichtig." Von den Verkehrsplanern und Politikern sind dazu kreative Maßnahmen gefragt: Den Lenkern muss in Wohngebieten oder in sensiblen Zonen signalisiert werden - Achtung, weg vom Gas. Alibi-Aktionen, wie flächendeckende Tempo-30-Zonen ohne entsprechende Maßnahmen, sind hingegen aus Sicht der Verkehrssicherheit kontraproduktiv und daher abzulehnen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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