Torte statt Worte

KSV distanziert sich von Aussagen rot-grünen ÖH-FunktionärInnen

Wien (OTS) - Rektor Winckler hatte sich die Topfencreme noch nicht von der Lippe geschleckt, als den beiden ÖH-Vorsitzenden Patrice Fuchs (VSStÖ) und Maria Lettner (GRAS, Uni Wien) offenbar nichts Besseres einfiel, als via ORF einen Distanzierungsreigen "von der Torte" (!) zu eröffnen, der die Studierenden vor den Bildschirmen wohl stärker ins Gesicht getroffen haben dürfte als den Vorsitzenden der Rektorenkonferenz das sahnig-cremige Qualitätsprodukt des heimischen ZuckerbäckerInnengewerbes. Dem nicht genug, gab sich die grüne Vorsitzende der ÖH Uni Wien tags darauf auch noch dafür her, in einem Interview mit Standard-online die vom Ministerium lancierte Verleumdung aufzugreifen, wonach Sektionschef Höllinger angeblich geohrfeigt worden sei.

"Der Weg vom Blinddarm zum Wurmfortsatz der Bewegung gegen eine autokratische und marktkonforme Universität ist nicht weit!," ätzt KSV-Mandatar Andreas Filipovic. Auch gehört schon eine große Portion Realitätsverweigerung dazu, wenn Elisabeth Gehrer von einem "unglaublichen Akt der Gewalt" spricht, um die berechtigten und originellen Proteste der Studierenden gegen den autoritär erstellten Organisationsplan des Rektorats der Uni Wien zu kriminalisieren, weist Filipovic auf den politischen Charakter des Tortenwurfes gegen Rektor Winckler und Sektionschef Höllinger hin. "Es handelt sich doch wohl um einesymbolische Aktion, die in keinster Weise auf eine Verletzung der vermeintlichen `Opfer´ abzielt, sondern ein politisches Statement in einem keineswegs herrschaftsfreien Diskurs darstellt", so Filipovic.

Umso verwunderlicher erscheint es der KSV-Mandatarin Lonita Kuyumji, dass sich die rot-grünen ÖH-Vorsitzenden nicht nur in vorauseilendem Gehorsam und im Namen der ÖH von dieser durchaus kreativen Form des Protestes distanzieren, sondern auch einer Kriminalisierungskampagne herrschender Kreise Vorschub leisten. "Es sei die Aufgabe der studentischen Interessenvertretung, den Protest der Studierenden aufzugreifen", ergänzt Kuyumji in Richtung jener ÖH-FunktionärInnen, die mit ihren unverständlichen Distanzierungen offenbar zum geordneten Rückzug blasen wollen.

Der KSV begrüßt hingegen die Resolution der gestern stattgefundenen HörerInnenversammlung, die den Tortenwurf ausdrücklich gebilligt hat, und wird in der Exekutive der ÖH Uni Wien mit Sicherheit an keinen Schritten teilnehmen, die auf eine Abwicklung der aktuellen Protestbewegung gegen die marktkonforme Umstrukturierung der Universitäten abzielen.

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